Erste Teltower Bürger-Solar-Anlage am Netz (20.11.2005)
- Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz durch Bürger-Solar-Anlage
- "Bürger-Solar Teltow 1 GbR" gegründet
- Geburtswehen - Bau der Solar-Anlage ist perfekt

Grünes Licht für neue Teltower Solar-Anlage
Auf seiner Sitzung am 18. Januar 2005 gab der Teltower Bau-Ausschuss mit einer Empfehlung grünes Licht für den Bau einer Solar-Anlage auf dem Dach der Real-Schule, die damit als zweite Teltower Schule neben dem Kant-Gymnasium Sonnenenergie nutzen wird. Die Gelegenheit für den Einbau einer vorgesehenen 20-kW-Photovoltaik-Anlage ist derzeit noch günstig, da zum einen das Dach der Realschule dringend saniert werden musste (Kosten inklusive notwendiger Wärmedämmung ca. 250 T€) und zum anderen die Einspeisungsvergütung mit 0,5453 €/kWh im Jahre 2005 noch lukrativer als in den Folgejahren sein wird. Dadurch würden sich die Kosten, die auf ca. 115 T€ angesetzt werden (Angebot der Teltower Firma Solinus Solarhaus GmbH), in etwa zwölf Jahren amortisieren (PNN vom 21.01.2005). Da im günstigsten Fall mit einer Lebensdauer der Anlage bis zu 35 Jahren zu rechnen ist, ist auch eine hohe Rendite zu erwarten
Dem gemeinsam von PDS, B.I.T. und SPD eingebrachten Antrag zur 14. SVV am 16.02.2005 (DS 24/2005), der kurzfristig durch einen Vorschlag der Lokalen AGENDA ´21 bezgl. der Betreibung als Bürger-Solar-Anlage modifiziert wurde, stimmten die Abgeordneten mit überzeugender Mehrheit zu. Auch ein kleines Wortgefecht zwischen der FDP-Fraktion, deren Chef Goetz die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage mit zitierten Halbwahrheiten in Misskredit bringen wollte, und der CDU/B´90-Fraktion, die den Betrieb einer solchen Anlage als Bürger-GbR ähnlich anderen Vorbildern in der Region Berlin und Mittelmark ausdrücklich befürwortete, konnte das Abstimmungsverhalten nicht beeinflussen.

Klimaschutz und sparsamer Umgang mit fossilen Ressourcen sind Hauptanliegen der Nutzung von Sonnenenergie
Durch die angestrebte Betreiberform unter Schirmherrschaft der Lokalen AGENDA wird vor allem die arg strapazierte Teltower Stadtkasse spürbar entlastet und auch Bürgern, die kein Eigenheim besitzen, wird die Möglichkeit geschaffen, ihren persönlichen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Bürger in vielen Gemeinden unseres Landes zeigen seit langem, wie das ganze funktioniert. Ehrenamtlich arbeitende Bürgersolarvereine leisten dabei die notwendigen Vorarbeiten zur Gründung von z.B. Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR) oder Kommanditgesellschaften (GmbH & Co. KG), die dann den privatwirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen durch den Verkauf von Strom an das Energieversorgungsunternehmen gewährleisten. Sanktioniert wird dies durch das Energie-Einspeise-Gesetz (EEG), das die Energieunternehmen dazu verpflichtet, die solarproduzierte Kilowattstunde für einen für 20 Jahre staatlich garantierten Preis abzunehmen. Gesellschafter sind Bürger, die sich mit Anteilscheinen an den Investitionskosten beteiligen (siehe TSB 03/2005, S. 10; TSB 04/2005, S. 8).
Eine Möglichkeit, um die Nachfrage nach geeigneten Dächern für das Installieren von Solaranlagen besser zu befriedigen, wurde kürzlich durch die Einrichtung einer INTERNET-Börse der Imagekampagne "SolarLokal" ins Leben gerufen. Bundesweit können hier Kreise, Städte und Gemeinden sowie Unternehmen und Besitzer größerer Dachflächen ihre Dächer über diese Börse für eine Photovoltaik-Anlage anbieten. An dieser Aktion, über die man sich auf der WebSite  <www.solarlokal.de> informieren kann, will sich auch der Kreis Potsdam-Mittelmark aktiv einbringen.

Gründung der "Gesellschaft zur Errichtung einer Teltower Bürger-Solar-Anlage"
Durch den Beschluss 03/14/2005 wurde schließlich die Grundlage geschaffen, auch in Teltow eine Bürger-Solar-Anlage zu errichten. Den Vorbereitungen hierzu (Schaffung einer neuen AG "Bürger-Solar-Anlage" der Lokalen AGENDA 21) diente am 10.03.2005 ein Treffen interessierter Bürger, die gewillt waren, sich mit Anteilsscheinen im Wert von je 250 € zu beteiligen. Dabei konnte vor allem auf Erfahrungen bestehender Organisationen wie z.B. des  <Solarvereins Berlin e.V.>  zurückgegriffen werden.
Am Ende des rund zweistündigen Vorbereitungstreffens zur
Gründung einer "Gesellschaft zur Errichtung einer Teltower Bürger-Solar-Anlage" konnten die Initiatoren Elisabeth Camin-Schmid und Dr. Wolfgang Köhn zufrieden sein, denn acht Interessenten hatten für den Erwerb von Anteilsscheinen in Höhe von 5250 € verbindliche Erklärungen abgegeben. Der Solarverein Berlin e.V., der neben drei Berliner Anlagen auch eine in Beelitz betreibt, soll dann auch die Teltower Anlage übernehmen. Die auf der Gründungsversammlung der AG anwesenden Mitglieder der SPD und B.I.T. bestätigten, dass die Mittel zur Sanierung des Daches der Realschule, die eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Projektes darstellen, gesichert sind (MAZ vom 15.03.2005).

Am 31.03.2005 wurde es dann zunächst ernst mit der Gründung der "Bürger-Solar Teltow 1 GbR". Deren Gründungsversammlung begann um 19:30 Uhr in der Gaststätte "Kartoffelkiste", 14513 Teltow, Lichterfelder Allee, im Beisein von Vertretern des Solarvereins Berlin e.V. sowie der Fraktionen der Teltower PDS und der B.I.T. Wichtigste Prozedur war die Erarbeitung eines Gesellschafter-Vertrages, die schließlich durch die ersten fünf Zeichner von Anteilsscheinen in Kraft gesetzt wurde. Weiterhin war die Wahl der Geschäftsführung durchzuführen, die auf Grund kurzfristig aufgetretener personeller Probleme zunächst kommissarisch geleitet wurde.


Gründungsmitglieder (v.l.): Dr. C. Fanter, E. Camin-Schmid, M. Lenz, Dr. W. Köhn, B. Ruppin, C. Pirch-Masloch
(Foto: D. Streuber)


Gut´ Ding will Weile haben
Auf einem weiterem Treffen am 13. Juni 2005 musste leider festgestellt werden, dass die Zeichnung von Anteilsscheinen nur sehr schleppend voranging. Damit geriet das ehrgeizige Projekt in einen Schlingerkurs, der spätestens bis Ende August durch eine verstärkte Werbe-Kampagne stabilisiert sein musste, da ab diesem Zeitraum der Einstieg in die konkrete Planung erforderlich war, um das Projekt noch im Jahr 2005 zu realisieren.
Diskussionspunkte waren außerdem die Modifizierung des Vertrages, um das Einsteigen von Gesellschaftern zu erleichtern, sowie das Prozedere, das mit der notwendigen Kreditaufnahme verbunden ist.

Nach einer weiteren Terminverschiebung auf den 01.09.2005 wurde nun endlich klar, dass in Teltow eine 30-kWp-Solaranlage gebaut werden konnte.
Das geschah allerdings nun nicht mehr aus eigener Kraft, sondern mit Unterstützung des
 <Solarvereins Berlin e.V.> , denn das bereits für eine Schule in Berlin-Weißensee zusammengetragene Kapital von 80 T€ konnte wegen Schwierigkeiten in der Berliner Senats-Schulverwaltung nicht angelegt werden. Die Berliner Anteilseigner gaben kurzfristig ihr Einverständnis, das vorhandene Kapital auf das Teltower Projekt umzuleiten - und durch den erhöhten Kapitalbeitrag von insgesamt 87 T€ werden nun auch die Kreditbelastungen deutlich geringer. Der Name der GbR wurde inzwischen in "Bürger-Solar Berlin/Brandenburg - Teltow GbR" geändert. Alle Neuerungen einschließlich des geänderten Gesellschaftervertrages wurden dann endgültig auf einem weiteren Treffen am 26.09.2005 abgesegnet. Die Bauarbeiten auf dem Dach der Teltower Realschule hatten inzwischen ebenfalls begonnen.

Nach einer etwa zweimonatigen Bauzeit konnte nun am 14.11.2005 große Einweihung der ersten Teltower Solar-Anlage zünftig gefeiert werden. Aber dieses war nicht das einzige Ereignis, was an diesem Tag gebührend zu würdigen war. Genau an dem Tag, an dem der Namensgeber Bruno-H.-Bürgel 130 Jahre alt geworden wäre, wurde gemeinsam mit der Einweihung der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach auch das Ende der Sanierungsarbeiten an der 135jährigen Schule gefeiert. Um die Attraktivität des Teltower Schulstandortes zu erhalten, wurden für die Sanierung, die ein gutes Dreivierteljahr gedauert hatte, rund 500 T€ aus dem Stadtsäckel bereitgestellt.




Weitere Informationen zu diesem interessanten Objekt in unserer Stadt können Sie über die WebSite des  <Solarvereins Berlin e.V.>  erhalten.

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