Konsens zur Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz auch ohne Holzhammer (13.09.2009)
- Ad-hoc-Vorschlag zur Veränderung der Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz erzeugte Widerstand
- Sanierungsträger und Anlieger im Vorfeld nicht informiert - Treffen mit anliegenden Geschäftsleuten
- B.I.T. bemühte sich um optimale Lösung - neue Variante erarbeitet
- Neuer Vorschlag passierte Ausschüsse und SVV
- Bisher keine effektive Verkehrsführung in Sicht
- Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes bleibt ein Dauerbrenner - Lösung in Sicht ?
- Hat sich die Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes nun endgültig erledigt ?
 (26.07.2008)
- Versuch eines Neubeginns ?
 (17.03.2009)
- Jüngste Aktivitäten werden bereits torpediert (04.06.2009)
- Neue Agenda-Gruppe "Stadtentwicklung/Verkehr" unterstützt "Zeitweilige AG des Bau-Ausschusses" (13.09.2009)

Prämissen des Teltower Verkehrsentwicklungsplanes
Neben den für 2005 geplanten öffentlichen Bauvorhaben, wie den Schulsanierungen und der Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung, waren der Bau der Ostspange neben den Restarbeiten zum S-Bahnbau die wichtigste Verkehrsbauten in unserer Stadt. Das im aktualisierten Verkehrsentwicklungsplan 2001 konzipierte Spangensystem (Beschluss 07/30/2001), von der sich alle Teltower Bürger die große Entspannung des täglichen Dauerstaus vor allem im weiteren Gebiet des Ruhlsdorfer Platzes erhoffen, gewann bereits mit der Eröffnung der Südspange (Gonfrevillestraße) gewisse Konturen, wenngleich mit deren Eröffnung prinzipell keine Entlastung des Ruhlsdorfer Platzes zu erwarten war. Einige Forderungen des Verkehrsentwicklungsplanes konnten bereits bzw. sollten noch im Jahre 2005 realisiert werden. Das waren u.a.:
Aber auch etliche Forderungen wurden noch nicht realisiert bzw. konnten noch nicht realisiert werden, wie z.B.:
Bis auf den Baubeginn der Nordspange im Jahre 2007 und die nur einseitige Fertigstellung einer Busspur aus Richtung Potsdam im Jahre 2006/07 wurden die verkehrsleitenden Maßnahmen nicht umgesetzt.   

Zur Lösung der komplexen Verkehrsleitung im Bereich Ruhlsdorfer Platz wurde im Verkehrsentwicklungsplan eine vertiefende Studie gefordert, und im Zusammenhang mit der Organisation des ruhenden Verkehrs vor allem im weiteren Altstadtbereich einschließlich des Areals am Ruhlsdorfer Platz war die Erarbeitung einer Stellplatzkonzeption notwendig. Beide Unterlagen, die unseres Erachtens nach eine entscheidenden Grundlage für die Lösung der anstehenden Verkehrsprobleme bilden, wurden bisher nicht im Gesamtzusammenhang erarbeitet !
Seit dem Baubeginn der Ostspange im September 2004 waren die verantwortlichen Planer in Teltow zunehmendem Druck ausgesetzt, denn mit der geplanten Fertigstellung der Ostspange zum Jahresende 2005 musste ein Verkehrsleitsystem entwickelt werden, das der durch die Ostspange möglichen Entlastung des Nadelöhrs Ruhlsdorfer Platz Rechnung trägt. Außerdem musste bereits zu diesem Zeitpunkt die geplante Fertigstellung der Nordspange in das System integriert werden, um die Kosten zu minimieren. Eine Abstimmung mit den Aktivitäten zur Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes und seinem weiteren Umfeld durch den Sanierungsträger "complan" war ebenfalls zu berücksichtigen.

Ad-hoc-Veränderung der Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz erzeugte Widerstand
Doch obwohl die zuvor genannten erforderlichen Basis-Dokumente hierfür nicht existieren, wurde zu Beginn des Jahres 2005 ein entsprechender Vorschlag zur "Änderung der Verkehrsführung mit Inbetriebnahme der Ostspange" (DS 10/2005) erarbeitet, der in bekannter Weise kurzfristig (ohne Einhaltung der Einreichungsfristen !) dem Bau-Ausschuss am 18.01.2005 zur Absegnung vorgelegt wurde. Eine ausreichende Diskussionszeit für diese weitreichende Beschlussvorlage war nicht gegeben, so dass die Abgeordneten wie so oft unter Druck des Bauamtes eine Entscheidung fällen sollten. Die B.I.T. stellte im Nachhinein etliche Inkonsequenzen im Beschlussantrag fest, so dass für die SVV am 16.02.2005 eine Rückverweisung in den Bau-Ausschuss mit erneuter ausführlicher Diskussion (DS 29/2005) bzw. Veränderung des Beschluss-Antrages (DS 28/2005) vorgesehen wurde. Zum Glück konnte sich die B.I.T. auf der Sitzung des Haupt-Ausschusses am 07.02.2005 mit ihrer Meinung durchsetzen, dass der Antrag nochmals ausführlich im Bau-Ausschuss behandelt wird, so dass schließlich alle drei Anträge von der Tagesordnung der SVV genommen wurden. Wie die durch das Bauamt vorgeschlagene Lösung der neuen Verkehrsführung aussah, kann man einer entsprechenden  Skizze  entnehmen.

Durch Pressemitteilungen wurde öffentlich (MAZ vom 20.01.2005/PNN vom 20.01. und 14.02.2005), welche einschneidenden Maßnahmen sich durch die Änderungen der Verkehrsführung ergeben würden. In der Folge wurde sowohl Polemik (MAZ vom 26.01.2005) als auch ernstzunehmende Kritik laut. So konnten z.B. die anliegenden Geschäftsleute am Ruhlsdorfer Platz die Notwendigkeit der radikalen Sperrung der Berliner Straße zwischen Ruhlsdorfer Platz und Zehlendorfer Straße nicht nachvollziehen. Auch die B.I.T., die sich selbst sehr intensiv mit dem komplexen "Verkehrs"-, jedoch nicht mit dem "Anlieger"-Problem Ruhlsdorfer Platz befasste, hatte die Bedeutung der Schließung des Teilstücks Berliner Straße unterschätzt.
Deshalb wurde ein kurzfristig organisiertes Treffen der "Interessengemeinschaft der Einzelhändler am Ruhlsdorfer Platz und in der Altstadt Teltow" am 15.02.2005 genutzt, die Argumente zwischen Befürwortern und Gegnern des vorgeschlagenen Konzeptes auszutauschen. Neben den einladenden Geschäftsleuten des Areals nahmen an der Veranstaltung der Bürgermeister, Vertreter des Bauamtes, der Wirtschaftsförderer, Vertreter der Wohnungsgesellschaften und des Sanierungsträgers "complan" sowie 4 Mitglieder der B.I.T. teil. Leider waren Abgeordnete anderer Pateien nicht zugegen.

Treffen mit anliegenden Geschäftsleuten
Es wurde deutlich, dass das Bauamt seine Planungen auch ohne Absprache mit dem Sanierungsträger "complan" gemacht hatte und die Anlieger durch die Sperrung der Berliner Straße völlig überrumpelt wurden. Die Geschäftsleute sehen ihre Existenz derzeit wesentlich von Stammkunden, die einen kurzen Anfahrtweg haben, sowie der Gewinnung von Kunden über einen stark fließenden Verkehr abhängen und lehnen deshalb die Schließung des Teilstücks Berliner Straße rundweg ab. Auf der  Skizze  ist deutlich die erhebliche Ausdünnung des Verkehrs in der Zehlendorfer Sraße zu erkennen.
In einem Schreiben der Interessengemeinschaft zur Veranstaltung heißt es: "... Ohne eine gesamtgestalterische Konzeption der Altstadt und des Ruhlsdorfer Platzes unter Berücksichtigung der zeitlichen Abfolge der einzelnen Realisierungsschritte ist ... eine kurzfristige Verkehrsplanung wenig hilfreich. Kurzfristige Aktionen gefährden den Bestand der wirtschaftlichen Entwicklung im Bereich der Altstadt und des Ruhlsdorfer Platzes. Auch sind die Ergebnisse der Workshop-Veranstaltungen mit den Anwohnern und Geschäftsanliegern des Gebietes Ruhlsdorfer Platz nicht in die Entscheidung des Bau-Ausschusses eingegangen." Obwohl durch die Stadtverwaltung immer das Argument verwendet wird, dass Land und Kreis erhebliches Mitspracherecht bei der Verkehrsplanung haben, da es sich größtenteils um Kreis- und Landesstraßen handelt, um die es geht, plädierten die Anlieger für einen behutsamen Weg über verkehrsberuhigte, attraktive Tempo-30-Zonen, die für Durchgangsverkehr jedoch unattraktiv sind, und einen Ausbau der Hauptverkehrsströme. "Bei der Gestaltung des  Ruhlsdorfer Platzes soll ebenfalls der bisherige kleinteilige Baubestand Berücksichtigung finden,"  damit der Platz endlich das attraktive Tor zur Altstadt werden kann.
Natürlich sind auch die Argumente des Bauamtes, die im wesentlichen durch die B.I.T. unterstützt werden, nicht zu entkräften, denn die Beseitigung des Teltower Dauerstaus ist das wichtigste Anliegen des Spangenkonzepts. Die Vertreter der B.I.T. traten vor allem deshalb in erster Linie für ein konsequentes Linksabbiegeverbot zumindest auf der Mahlower Straße und der Lichterfelder Allee ein, wodurch bereits eine spürbare Entlastung des Knotens erreichbar wäre.
Auch die Wirkung der bisher vorgesehenen Parkraumbewirtschaftung auf eine bessere Ordnung des ruhenden Verkehrs wurde als nicht optimal eingeschätzt. Auch hier versucht die B.I.T. im Sinne aller Anlieger und Besucher eine Verbesserung der Situation zu erreichen, indem bereits auf der 14. SVV am 16.02.2005 beantragt wurde, das vor der Einführung stehende neue Parkraumbewirtschaftungskonzept erneut zu überdenken (MAZ vom 21.02.2005). Diesem Vorschlag stimmte auch die SVV einstimmig zu (DS 30/2005).

B.I.T. bemühte sich um optimale Lösung - neue Variante konsensreif
Im Verlauf der etwa zweistündigen Veranstaltung wurde schließlich ein möglicher Konsens gefunden, der darin bestehen könnte, die Zehlendorfer und das Teilstück Berliner Straße durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen für den Durchgangsverkehr so unattraktiv zu gestalten, dass dieser freiwillig durch die entsprechende Wegweisung über die Spangen fließt. Das bedeutet aber auch, dass die Berliner Straße weiterhin geöffnet bleibt. Als Problem bei diesem Konsens bleibt allerdings das Linkseinbiegen in die Berliner Straße bestehen. Hier plädiert die B.I.T. für ein Verbot, da erst hierdurch eine nachhaltige Entlastung des Ruhlsdorfer Platzes eintreten kann, während die Anlieger damit nicht so recht leben können. Einigkeit gab es darin, dass zumindest der Versuch gemacht werden sollte, trotz Ostspange die bisherige Regelung am Ruhlsdorfer Platz "nicht mit dem Holzhammer" sondern behutsam zu verändern.

Im Ergebnis des Gedankenaustausches vom 15.02.2005 führte die B.I.T. am Vorabend der Bau-Ausschuss-Sitzung, am 28.02.2005, ein weiteres intensives Gespräch mit der verantwortlichen Stadtplanerin. Daraus resultierte schließlich ein modifizierter Antrag zur Verkehrsregelung Ruhlsdorfer Platz (DS 28neu/2005) als Vorlage für den Bau-Ausschuss am 01.03.2005 und die 15. SVV am 16.03.2005, dessen Kernpunkte die Durchsetzung aller Linksabbiegeverbote unter Beibehaltung der Öffnung der Berliner Straße sind. Nach einer ausführlichen Diskussion aller Änderungsvorschläge im Bau-Ausschuss am 01.03.2005 und im Haupt-Ausschuss am 07.03.2005 zogen Bürgermeister (DS 10/2005) und B.I.T. (DS 28neu/2005) ihre Anträge zur 15. SVV zurück und einigten sich darauf, dass unter weitgehender Berücksichtigung der B.I.T.-Vorschläge eine neue Antragsvorlage spätestens zur SVV im April 2005 erarbeitet wird. Auch das Problem "Links-Abbiegen von der Mahlower Straße in die A.-Seafkow-Straße", das speziell durch die CDU thematisiert und von den Parteien unterschiedlich diskutiert wurde, sollte erneut im Zusammenhang mit dem neuen Gesamtvorschlag beraten werden und wurde deshalb ebenfalls vertagt.

Neuer Vorschlag passierte Ausschüsse und April-SVV
Da die Zeit den Planern im Nacken saß, gelang es ihnen, bereits zur Sitzung des Bau-Ausschusses am 22.03.2005 einen neuen Vorschlag zur Verkehrsführung im Bereich des Ruhlsdorfer Platzes nach Fertigstellung der Ostspange vorzulegen, in den im wesentlichen die Ergebnisse der intensiven Aussprachen mit der B.I.T. und die Diskussionen um die Einbindung der Anton-Saefkow-Straße eingeflossen sind (DS 10neu/2005). Leider kam der Anteil der B.I.T. bei der Vorbereitung des neuen Vorschlages in den Pressedarstellungen (z.B. MAZ vom 24.03.2005) nicht zum Ausdruck, denn schließlich wurde ein Spagat versucht, der zum einen notwendige Konsequenzen durchsetzen wird, zum anderen aber auch Rücksichten auf Anliegerbefindlichkeiten nehmen sollte. Natürlich wird es immer Kollisionen mit persönlichen Interessen geben, denn  - es jedem Recht zu tun, ist eine Kunst, die niemand kann ! Nicht nachzuvollziehen ist allerdings die Ablehnung der neuen Vorlage durch die FDP, die lieber sähe, "wenn der Verkehr sich seine eigenen Wege sucht (?)". Oberste Prämisse muss aber die Beseitigung des Dauerstaus im Teltower Zentrum sein, auf den alle Entscheidungen letztendlich zu fokussieren sind. So ist es nur folgerichtig, dass vor allem die mehrfachen Verbote des Linksabbiegens jetzt konsequent dort vorgesehen sind, wo dafür Alternativwege über die Ostspange angeboten werden, denn in der Regel ist das Linksabbiegen die größte Unfallquelle und der größte Stauproduzent.
Das Linksabbiegen soll deshalb künftig untersagt werden
- vom Hollandweg in die Potsdamer Straße
- von der Lichterfelder Allee in die Mahlower Straße
- von der Mahlower Straße in die Ruhlsdorfer Straße
- von der Mahlower Straße in die Anton-Saefkow-Straße.

Die Berliner Straße wird als 30er Zone ausgewiesen, und das Einbiegen in diese Straße ist nur noch von der Lichterfelder Allee aus möglich. Das Rechtsabbiegen von der Mahlower Straße in die Lichterfelder Allee im Ampelbereich wird ebenfalls nicht mehr möglich sein, dafür bleibt die alte Verbindung am ehemaligen Buchladen erhalten.
Notwendig ist auch die Sperrung des Zugangs von der Albert-Wiebach-Straße in die Mahlower Straße, allerdings muss der neue Zugang über die Gonfrevillestraße dazu parallel angelegt werden, damit das sonst unvermeidliche Chaos im Wohngebiet ausbleibt. Ein Vertrösten auf entsprechende Baumaßnahmen erst für 2006 ist nicht akzeptabel !
Die weiteren Diskussionen um die Verkehrsführung in der Anton-Saefkow-Straße wurden vorerst zurückgestellt, da diese Straße dringend geöffnet werden musste, um die Restarbeiten an der S-Bahnbrücke Heinerdorfer Weg zu ermöglichen. Während dieser Zeit sind nämlich Siedlerrain und Siedlerweg nicht mehr durchgängig befahrbar (MAZ vom 30.03.2005). Offensichtlich soll nun ein erneutes Chaos in diesem Wohnbereich, wie es kürzlich bei der kurzzeitigen Sperrung des Kreisels Osdorfer Straße eintrat, vermieden werden ! Allerdings gelang dies nur teilweise, denn die aufgestellten Schilder erzeugten anfangs neuen Verdruss ! Lesen Sie bitte dazu an anderer Stelle weiter.

Zu allen genannten Vorschlägen haben die Abgeordneten auf der 16. SVV am 20.04 2005 nun eine zustimmende Entscheidung gefällt
(Beschluss 05/16/2005).

Beschluss ohne Umsetzung
Aber Beschlussfassung heißt noch lange nicht Realisierung, denn: Bis zum heutigen Tage wurde Beschluss 05/16/2005 nicht umgesetzt !!!
Größtes Hemmnis dabei war bisher das Landes-Straßenamt (LS), das bis zu heutigen Tage
(April 2008 !!) den Beschluss nicht akzeptiert hat und dank seiner Macht eine Realisierung erfolgreich verhindert hat. Als Grund mussten nach mehrfacher Rückfrage und Intervention im Teltower Bauamt die vorgesehenen Verbote des Linksabbiegens, vor allem aber die sehr aufwendige und teure Umprogrammierung der gesamten Ampelstrecke Potsdamer-/Mahlower Straße herhalten - aber auch die Arbeit des Teltower Bauamtes ist als nicht besonders erfolgreich einzuschätzen. Schließlich liegt ein rechtskräftiger SVV-Bschluss vor, den das Bauamt mit dem notwendigen Nachdruck im LS hätte anmahnen müssen !
Somit hat sich an der chaotischen Verkehrssituation seit 2005 nur wenig gebessert. Eine gewisse Entspannung, die man sogar am Ruhlsdofer Platz und in der Potsdamer Straße spürt, trat jedoch nach der Fertigstellung der Ostpange
(neu: Schönower Straße) ein, wodurch es heute möglich ist - wenigstens für die Verkehrsströme von Osten und Süden nach Norden und zurück - die Querung des Ruhlsdorfer Platzes zu meiden.
DIe Zehlendorfer Straße und der Hollandweg erfuhren dadurch ebenfalls eine spürbare Entlastung. Nicht durchdacht dagegen war von Anfang an die Größenbemessung der drei Kreisel in der Ostspange, die durch ihre zu enge und kleine Bemessung oft zu zähflüssigem Verkehr führen.

Durch die Eröffnung des S-Bahnhofs Teltow-Stadt im Februar 2005 und des Regionalbahnhofs im Mai 2006 mit gleichzeitiger Umstrukturierung des CityBus-Verkehrs und auch gewissen Verbesserungen des übrigen Teltower ÖPNV konzentrierte sich das Verkehrsgeschehen zunehmend auf die Mahlower Straße, wodurch es zusätzlich noch zu verstärkten Lärmproblemen (vor allem im Bereich der Kreuzung Mahlower Straße/Ostspange) kommt.

Weitere Meilensteine bei der Umgestaltung des Verkehrs im Bereich des Ruhlsdorfer Platzes bilden die seit Herbst 2007 laufenden Umbau- und Sanierungsarbeiten in der Mahlower Straße, die durch Rückbau und Anlegen von Querungshilfen eine Verkehrsberuhigung erzwingen sollen. Und nach vielen Jahren Verzögerung (wegen fehlender Mittel) soll nun auch die Sanierung und der Ausbau der Ruhlsdorfer Straße im Jahr 2008 beginnen (Dauer voraussichtlich bis Ende 2009).
Und schließlich soll nun die Fertigstellung der Nordspange im Jahr 2008 der große Wurf für das gesamte Stadtgebiet von Teltow werden - so dachte man.

Fortsetzung Dauerthema Ruhlsdorfer Platz - auch eine unendliche Geschichte ?
Nachdem nun im Jahr 2007 auch wieder über die Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes samt seines Umfeldes nachgedacht wurde, gab es zunächst Hoffnung durch einige planerische Entwürfe, die die komplette Umgestaltung und Verkehrsberuhigung im Auge hatten, was bei vielen Bürgern und Abgeordneten auf offene Ohren traf. Zunächst hatte die Stadt auch eine Veränderungssperre für den südlichen Bereich des Platzes per Beschluss angeordnet. Folgerichtig wäre es nun gewesen, sich alle Rechte durch Eigenerwerb des Geländes zu sichern und die Planungshoheit zu behalten. Aber - weit gefehlt ! Stattdessen ließ man Investoren im Hintergrund gewähren, die nun ihrerseits Anfang des Jahres 2007 vollendete Tatsachen schufen und einen Plan für die separate Bebauung des südlichen Areals des Ruhlsdorfer Platzes präsentierten: Geschäftshaus direkt am Ruhlsdorfer Platz als architektonische Beigabe mit dem Hauptzweck "Errichtung eines BurgerKing-DriveIn" in unmittelbarer Nachbarschaft des Platzes mit Ein- und Ausfahrten in der Ruhlsdorfer und Mahlower Straße - eine wahrlich tolle Idee, von der bisher nur die Schüler der Mühlendorf-Oberschule wirklich begeistert sind !? Nach Bekanntwerden dieses Planes ging ein Aufschrei der Entrüstung durch Teltow. Nun wurde schnell die Veränderungssperre bekräftigt - und man wähnte alles in Ordnung. Die bisherigen Vorschläge wurden allerdings überhaupt nicht mehr diskutiert - und so geht die Diskussion um den BurgerKing in die nächste Runde !
Dummerweise spielt nun aber das ungeliebte LS nicht mehr so recht mit, denn dieses hat viel größere Pläne mit dem Ruhlsdorfer Platz. Welche das sind, ist allerdings bis heute auch nicht klar, denn:
- Im Herbst 2007 wurde durch das LS klargestellt, dass es keinen Kreisverkehr auf dem Ruhlsdorfer Platz geben kann, da die Magistrale Potsdamer / Mahlower Straße weiterhin wichtigster Teltower Straßenzug (!!) bleiben wird - trotz Spangensystem und Entlastungsumfahrung L40 südlich Ruhlsdorf. Die Ausfahrten vom DriveIn in die Ruhlsdorfer und Mahlower Straße würden außerdem den Magistralenverkehr stark behindern, deshalb müssten Änderungen im Projekt angebracht werden.

- Ob dieser Aussichten und anderer Erkenntnisse, die die Gestaltung des gesamten Umfeldes des Ruhlsdorfer Platzes im Blick hatte, wurde die Verwaltung unruhig und beauftragte im Herbst 2007 eine erneute Verkehrsstudie zur künftigen Situation am Ruhlsdorfer Platz.

Das Ergebnis, das Anfang 2008 vorlag, war niederschmetternd und äußerst ernüchternd, vor allem in Bezug auf die Hoffnung, die man sich wegen der Spangen gemacht hat.
Folgendes wurde nämlich festgestellt (siehe auch DS 641/2008 vom 12.03.2008):
1) Die Spangen bringen durch ihren zu gering bemessenen Querschnitt und die Kreisel durchweg durch ihre zu kleine Ausführung nicht den erwünschten Erfolg - eine Erkenntnis, auf die schon in den Planungsphasen durch vorausschauende Politiker z.B. der B.I.T. immer wieder aufmerksam gemacht wurde.
2) Der Abschnitt Oderstraße kann den gesamten Verkehr einschießlich des Versorgungsverkehrs im Einkaufszentrum nicht aufnehmen.
3) Die Verkehrsprognosen bis 2020 bestätigen eine erhebliche Zunahme im Quell-Ziel-Verkehr
(im Gegensatz zu den früheren Untersuchungen, die stets dem Durchgangsverkehr die höchste Priorität zuschrieben), so dass die verkehrliche Gestaltung des Platzes erneut überdacht werden muss. Davon hängen natürlich alle weiteren Überlegungen zur Platzgestaltung ab, die nun auch neu überdacht werden müssen.
4) Die Verkehrsstudie favorisiert bezüglich der Entschärfung des Verkehrsproblems eindeutig die Anlage eines Kreisverkehrs, wie er ebenfalls schon längere Zeit gefordert wird. Eine großräumige vierseitige Kreuzungsanlage unter Auflassung der Einmündung Berliner Straße wäre eine weitere mögliche Alternative.
 
Da sich das LS zu diesen neuen Erkenntnisses noch nicht abschließend geäußert hat, erwarten nun alle Beteiligten mit Spannung dessen Rückäußerung. Die Chancen für die Stadtverordneten, hierauf einzuwirken, sind leider sehr gering
(PamS vom 30.03.2008). Vom entsprechend notwendigen Raumbedarf hängt zum einen die verkehrliche Platzgestaltung und zum anderen die Anordnung möglicher Randbebauungen definitiv ab.
Auf der Sondersitzung des Bau-Ausschusses am 25.03.2008 verständigte man sich schließlich darauf, die Vorstellungen des LS abzuwarten, bevor weitere Schritte unternommen werden. Dadurch erhalten auch die Gegner des BurgerKing-Baus, die die Mehrzahl der Abgeordneten stellen, wieder Auftrieb, um diesen vielleicht doch noch zu verhindern. 
Aber nicht nur der Ruhlsdorfer Platz selbst, sondern auch die Verkehrsführung in der Oderstraße und die Umgestaltung der Kreisel bleiben ein ernstes Problem, um den Teltower Straßenverkehr in geordnete Bahnen zu lenken
(MAZ vom 04.04.2008). Das ist besonders auch unter dem Aspekt zu sehen, dass Teltow ab 2008 zum Mittelzentrum aufgewertet wird und bis zum Jahr 2020 ein enormer Aufschwung sowohl beim Bevölkerungswachstum (ca. 18 %) als auch bei der Arbeitsplatzentwicklung prognostiziert wird.
 
Um eine Lösung des Gesamtproblems zu finden, sind nun alle Fachleute, Politiker, Bürger und Verwaltung parteiübergreifend aufgerufen, endlich eine vernünftige Lösung für die Gesamtgestaltung des Ruhlsdorfer Platzes zustande zu bringen, damit den künftigen Nachgenerationen kein katastrophales Gebilde überlassen wird. Diesem Ziel fühlt sich auch die im Rahmen der AGENDA zu bildende Arbeitsgruppe "Ruhlsdorfer Platz" verpflichtet, über deren Arbeit künftig an dieser Stelle weiter zu berichten sein wird.

Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes - ade !?
( - Nachschlag vom 26.07.2008)
Nachdem am 21.05.2008 auf Vorschlag der CDU der Beschluss 03/46/2008 (DS 633/2008) auf der 46. SVV zustande kam, ein Konzept für die Optimierung des Spangensystems in Teltow vorzulegen, wurde in der Folge u.a. durch die Agenda-Gruppe dafür plädiert, auch die Optimierung des Verkehrsknotens Ruhlsdorfer Platz in diese Überlegungen unbedingt mit einzubeziehen - das vor allem auch im Hinblick auf die baulichen Gestaltungsmöglichkeiten des Platzes, die durch die kaum noch zu stoppende Bebauung durch einen BurgerKing-DriveIn im unmittelbaren Platzbereich nun praktisch zum Selbstläufer wird. Welche baulichen Gestaltungsmöglichkeiten überhaupt noch in Abhängigkeit von der verkehrlichen Gestaltung möglich sind - was noch durch die starre Haltung des LS unterstrichen wird, zu diesem Thema keine kurzfristige Stellungnahme abzugeben -, sollte deshalb so schnell wie möglich geklärt werden, um dem Investor des BurgerKing gewisse Planungs-Sicherheiten zuzugestehen.

Auch auf Bitte der Stadtplaner hin erarbeitete die Agenda-AG nach einem Treffen am 29.05.2008
zum Gesamtkomplex Optimierung Spangensystem / Ruhlsdorfer Platz aus ihrer Sicht einen Vorschlag, welche Modelle der IVV-Studie zur Verkehrsführung am Ruhlsdorfer Platz sowie zur Spangenoptimierung einer näheren Betrachtung zu unterziehen wären. Das ganze war auch unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, dass der aktuelle Verkehrsentwicklungsplan inzwischen aus dem Jahr 2001 datiert und deshalb dringend einer Aktualisierung bedarf. Mit diesem Vorschlag sollte vor allem der politische Wille unterstützt werden, noch rechtzeitig vor dem Schaffen vollendeter Bautatsachen die Stadtverwaltung zum schnellen Handeln zu bewegen, um einerseits den Platzbedarf für verschiedene Verkehrslösungen am Verkehrsknoten zu eruieren und damit andererseits den Investoren Möglichkeiten für Aktivitäten zu eröffnen.

Nach einer ausführlichen Definition aller innerstädtischen verkehrlichen Randbedingungen, in deren Rahmen auch Modelle zur Verkehrsführung im Bereich der Oderstraße und in der Teltower Altstadt erarbeitet wurde, konnten die Modelle zur Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz benannt werden, die den Teltower Stadtplanern schließlich in der 23. KW übergeben wurden und im Rahmen des Agenda-Plenums vom 17.06.2008 auch einer gewissen Öffentlichkeit vorgestellt wurden: 

Modell A: verkehrsberuhigter Platz ohne jeglichen direkten Verkehr bzw. mit höchstens abbiegender Verbindung von der Potsdamer Straße in die Ruhlsdorfer Straße und/oder in den Hollandweg
Modell B: alleinige Querung des Platzes durch die weiterhin wichtige innerstädtische Potsdamer Str. / Mahlower Str., eventuell durch Anbindung der Ruhlsdorfer Str. ergänzt
Modell C: derzeitiger Ist-Zustand
Modell D: Abwandlung des Ist-Zustandes durch eine großzügige normale, durch Ampeln geregelte vierseitige Großkreuzung
Modell E: kleiner Kreisverkehr, beschränkt auf den jetzigen Platzbereich
Modell F: großer 2-spuriger Kreisverkehr unter zusätzlicher Einbeziehung von Berliner Str. und Hollandweg 
In die Verkehrsbetrachtungen sollten die Modelle A, B, D und F einbezogen werden, ferner die Gestaltung der vorhandenen Spangen-Kreisel mit und ohne Optimierung durch Bypässe sowie die Einbahnstraßenregelung für den Bereich der Oderstraße zwischen Bogenstraße und Katzbachstraße sowie für die Rheinstraße, Katzbachstraße und Neißestraße selbst.

In Vorbereitung der Beauftragung des Ingenieur-Büros für die Modellrechnungen gab es in den Sitzungen des Bau- und Haupt-Ausschusses sehr kontroverse Ansichten quer durch die Fraktionen über Sinn und Zweck einer solchen Analyse. Etliche Abgeordnete lehnten eine erneute Mittelverschwendung grundsätzlich ab, andere plädierten dafür, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, damit eine klare Linie und Vision zur Gestaltung des Platzes erkennbar wird. Ein weitere Teilmeinung war, zunächst abzuwarten, wie sich der Verkehr nach Fertigstellung von Bogenstraße und Nordspange entwickeln wird. Auch die Meinung der B.I.T. ist hier nicht einhellig. Das Problem, das hier besonders schwer wiegt, ist der Bau des BurgerKing, der auf Grund des Standes des Bau-Genehmigungsverfahrens wohl nicht mehr aufzuhalten ist und schließlich dazu führte, dass im nichtöffentlichen Teil der 47. SVV am 18.06.2008 die Bebauungssperre mehrheitlich aufgehoben wurde und somit für die unglückliche Gestaltung
durch den Bau des BurgerKing-DriveIn, mit der sich die B.I.T. weiterhin nicht anfreunden kann, grünes Licht gegeben ist. Eine gewisse Gnadenfrist bis zum Baubeginn bleibt noch bis zur Auswertung des auf der 48. SVV am 16.07.2008 beschlossenen Auftrages (Beschluss 07/48/2008) an das Ingenieur-Büro.

In zwei Teilaufgaben sollten zum einen die verkehrstechnische und bautechnische Machbarkeit der Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes in Beziehung gesetzt werden. Dabei wurden im Gegensatz zum Agenda-Vorschlag zunächst nur die Modelle D, E und F einer vertiefenden Untersuchung unterzogen, um letztendlich in der politischen Diskussion zur Auswahl eines Modells zu gelangen, das dann gegenüber dem LS durch die Stadtverwaltung entsprechend durchzusetzen wäre -
eine vollkommene Entschärfung des Platzes (Modelle A, B), die möglicherweise mit der Kappung der
Berliner Straße, Lichterfelder Allee und evtl. auch der Mahlower Straße innerhalb des Spangensystems einherginge, wurde ebenfalls nicht in Betracht gezogen.

Zum anderen sollte durch neue vertiefende Verkehrsnetz-Berechnungen herausgefunden werden, ob durch eine Optimierung einzelner Elemente des Spangensystems eine höhere Entlastungswirkung erreicht werden kann bzw. die Verlagerungswirkungen von der Potsdamer Straße zum neuen Spangensystem erhöht werden können. Dabei hätte auch die Wirksamkeit möglicher Maßnahmen an den Knoten Gonfrevillestr. / Ruhlsdorfer Str., Mahlower Str. / Gonfrevillestr., Mahlower / Schönower Str., Schönower Str. / Lichterfelder Allee, Schönower / Zehlendorfer Str., Oderstr. / Bogenspange / Rhein / Warthestr. sowie Potsdamer Str. / Bogenspange / Biomalzspange mit Liebigplatz einzeln untersucht und bewertet werden müssen.
Die Anregungen der Agenda-Gruppe wurden auch in diesem Bereich ignoriert - vor allem in Bezug auf das Wechselspiel mit dem Komplex Ruhlsdorfer Platz und dem Einbahnstraßensystem Oderstraße. Auch die weiterhin enorm zunehmende Belastung der Mahlower Straße in Richtung Osten wird derzeit erheblich heruntergespielt, was unserer Meinung nach den Prognosen völlig zuwiderläuft. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten für den üÖPNV
- vor allem in Bezug auf Linienverläufe, Haltestellenanordnung, Erschließung der Wohn- und Gewerbebereiche werden in keiner Weise vorbereitend berücksichtigt. Hier werden noch intensive Nacharbeiten erforderlich sein, denn schließlich muss eine nachhaltige Lösung gefunden werden, die mindestens bis zum Jahr 2030 Bestand haben !!      

Die Ergebnisse der Untersuchungen hätten bereits Ende August 2008 vorliegen sollen, so dass noch auf der zusätzlich anberaumten 49. SVV am 27.08.2008 über die weiteren Schritte hätte befunden werden können, aber weit gefehlt:
Nachdem die Stadt schließlich den Auftrag doch noch um die Einbeziehung des Modells B (allerdings mit einer Ampellösung an der Kreuzung Potsdamer Straße / Ruhlsdorfer Straße) sowie die Überprüfung verschiedener Einbahnstraßenregelungen (allerdings ausdrücklich ohne Einbeziehung der Neißestraße als Entlastungsmöglichkeit !) ergänzt hatte, dauerte es dann doch bis zum Jahresende 2008, bis die Ergebnisse der IVV vorlagen. 

Berechtigte Hoffnung auf einen Neubeginn ?

1. Zur Gesamtverkehrsplanung in Teltow
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Zunächst wurden auf der Sitzung des Bau-Ausschusses am 17.02.2009 die Möglichkeiten zur Entschärfung des zunehmenden Verkehrsproblems in der Einkaufsmeile Oderstraße mit Eröffnung der Nordspange vorgestellt (VL 913/2009). Zu dieser Fragestellung hatte die AGENDA-Gruppe "Ruhlsdorfer Platz" im Zusammenhang mit der großräumigen Entschärfung des Ruhlsdorfer Platzes bereits am 31. Mai 2008 (!) ein entsprechendes Verkehrsregelungskonzept zu einer möglichen Einbahnstraßenregelung im Raum Oderstraße und auch für eine mögliche Verkehrsführung in der Altstadt vorgeschlagen. (Bei Interesse an der gesamten Agenda-Darstellung richten Sie bitte eine E-Mail an  <> . Wir senden Ihnen dann die Unterlagen per E-Mail kostenlos zu. Leider müssen wir aus lizenzrechtliche Gründen beim Kartenmaterial
diesen etwas umständlichen Weg wählen !)
Wie schon weiter oben erwähnt, wurden diese Vorschläge bei der Auftragsvergabe 
der Stadtverwaltung an das Ingenieur-Büro jedoch nicht berücksichtigt. So musste es zwangsläufig zur Ablehnung jeder Einbahnstraßenregelung durch die Verkehrs-Experten kommen, denn die vier diskutierten Varianten in den Straßenzügen
- Oderstraße von Katzbach- bis Neißestraße,
- Oderstraße ab Katzbachstraße - Kreisel Warthestraße - Warthestraße - Rheinstraße - Katzbachstraße entgegen dem Uhrzeigersinn
-
wie zuvor mit zusätzlichem Einrichtungsverkehr vom Kreisel Rheinstraße bis zur Oderstraße
-
Oderstraße ab Katzbachstraße - Saganer Ecke Rheinstraße - Rheinstraße - Katzbachstraße entgegen dem Uhrzeigersinn
werden aus unterschiedlichen Gründen als ungünstig angesehen.
Besonders misslich ist, dass die relativ naheliegende Lösung
Oderstraße nur von Katzbach- bis Neißestraße - Neißestraße bis Kreisel Rheinstraße - Rheinstraße - Katzbachstraße entgegen dem Uhrzeigersinn,
die durch die Agenda favorisiert wird, nicht in die Überlegungen einbezogen wurde !

Als Quintessenz kamen die Verkehrsexperten (inoffiziell) zu der allgemein niederschmetternden Feststellung, dass bei der bisher realisierten Teltower Spangenregelung zu viel falsch gemacht wurde !! Als Kardinalfehler sind vor allem zu nennen
- zu klein bemessene Kreisel (Warthestraße, Knesebeckbrücke, Lichterfelder Allee - die unwichtigsten Neiße- und Osdorfer Straße wurden dagegen großzügig bemessen)
- zu dicht angeordnete Kreisel, die sich dadurch gegenseitig behindern (Neißestraße + Warthestraße, Knesebeckbrücke + Lichterfelder Allee + Osdorfer Straße)

- Kreisel in unmittelbarer Nähe von Lichtsignalanlagen (LSA) (Kreisel Osdorfer Straße + LSA Mahlower Ecke Schönower Straße)    
In diesem Zusammenhang ist die in der Vorlage
(VL 913/2009) beschriebene Maßnahme der Teltower Verkehrsbehörde, eine Fußgänger-LSA im westlichen Bereich der Kreuzung Oder- / Neißestraße zu errichten, besonders kontraproduktiv, zumal ein wirklicher Bedarf nicht belegbar ist !! Dieser Vorschlag wurde denn auch nicht gerade mit Begeisterung von den Abgeordneten und Sachkundigen aufgenommen ! Eine Entscheidung darüber steht noch aus !
Auch die bereits im Vorfeld getroffene Entscheidung, den McDonald-Kreisel nur einspurig anzulegen, dürfte eine ebensolche Fehlentscheidung wie die vorangegangenen sein !
 

Auf Grund der verfahrenen Situation ist es nun im Nachhinein sehr schwierig, eine tragfähige Lösung zu finden. Deshalb wurde der Vorschlag der Verkehrsingenieure, das Einbahnstraßensystem nicht unbedingt zu favorisieren, jedoch weiterhin mit in Betracht zu ziehen, zunächst akzeptiert.
Eine Lösung für dieses und weitere offene Probleme unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Verkehrsgeschehens in der gesamten Teltower Region zu finden wird deshalb die Aufgabe einer speziellen Arbeitsgruppe des Bau-Ausschusses (Beschluss des BA vom 17.02.2009) sein. Als Agenda-Mitglieder erwarten wir - wie auch beim folgenden brisanten Thema Ruhlsdorfer Platz praktiziert - ein gemeinsames Herangehen von Verkehrsbehörde und Bauamt, Politik, Sachverstand und Bürgerengagement, um die Fehler der Vergangenheit nicht ständig zu wiederholen. Es ist auf Grund der bisherigen Erfahrungen klar zu erkennen, dass Verwaltung und Politik allein diese komplexe Aufgabe nicht bewältigen werden. Die Erfahrungen insbesondere aus dem Jahre 2005 sollten unbedingt beachtet werden, wenn über Verkehrsprobleme in unserer Stadt beraten wird. Schon damals wurden wichtige Probleme im Zusammenhang mit der zwischenzeitlichen Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz ausgesessen bzw. ein gefundener Kompromiss ist bis heute nicht umgesetzt (Beschluss 05/16/2005). Wir sehen nach wie vor auch die Einbeziehung des "Ausschusses für Umwelt und Energie" (UA) in die Fragestellungen zur Lösung von Verkehrsproblemen als immanent wichtig an, da diese in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bewältigung der derzeitigen globalen Klima- und Energieprobleme stehen. Unsere Nachbarkommunen haben die Zeichen der Zeit schon seit langem erkannt, denn es gibt z.B. in Kleinmachnow wie auch im Kreistag einen ständigen "Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Ordnungsangelegenheiten". In Stahnsdorf ist ein Ausschuss ausdrücklich mit Fragen der Umwelt, des Bauens und des Verkehrs befasst.
  

Die Arbeitsgruppe des BA, in der neben Abgeordneten und Sachkundigen des BA und UA auch Verkehrsbehörde, Bauamt sowie Fachkräfte der Lokalen Agenda auf den Gebieten Umwelt, Bauen, Verkehr und ÖPNV mitwirken sollten, hätte folgende nicht voneinander zu trennende Aufgaben zunächst separat und dann schrittweise erweitert - immer mit Sicht auf das große Ganze - zu bearbeiten:

1. Primär sind die Hauptmagistralen des Gesamtsystems festzulegen und/oder neu zu ordnen, worin auch die Qualifizierung der dort vorhandenen Kreisel mit Blick auf die Nachbarkommunen eingeschlossen ist.

2. Gleichzeitig damit sind verkehrsregulierende Maßnahmen zur Bevorzugung des üÖPNV gegenüber dem MIV und zur Vermeidung von Schwerlast-Durchgangsverkehr auf den Radialen 
Mahlower, Ruhlsdorfer, Zehlendorfer Straße, Lichterfelder Allee bzw. den Tangenten Iser- / Warthestraße sowie Siegfriedstraße - Zehnrutenweg - Hannemannstraße in Kooperation mit allen Nachbargemeinden vorzubereiten.

3. Parallel dazu wäre die Neuordnung des ruhenden Verkehrs im gesamten Stadtgebiet durch Parkzonen mit und ohne Bewirtschaftung, Parkplätze und Parkhäuser einzubeziehen.

4. Im Anschluss daran ist sekundär das Spangensystem mit Bogen-, Nord-, Ost- und Südspange in Kooperation mit Berlin und Kleinmachnow zu optimieren (Bypässe).

5. Parallel dazu sind die Probleme des Straßensystems Stahnsdorfer Straße - Iserstraße - Liebigplatz - Potsdamer Straße bis McDonald-Kreisel - Biomalzspange - L77 neu - L40
in Kooperation mit Stahnsdorf zu klären.

6. Parallel dazu sollte außerdem die Verkehrsführung in der Teltower Altstadt in Verbindung mit einer Verkehrsberuhigung und Optimierung der gesamten Potsdamer Straße neu geordnet werden.


7. 
Im Ergebnis der vorangegangenen Schritte sollte die Klärung der Verkehrsführung im Areal Ruhlsdorfer Platz mit seinem weiteren Umfeld bis zu den Spangen im Norden, Osten und Süden einschließlich Hollandweg und Zehlendorfer Straße am westlichen Rand möglich werden.

Im Kontext zu Thema 1 oder/und 4 wären dann z.B. die Vorschläge des Ingenieurbüros IVV relativ kurzfristig zur Lösung des Problems Oderstraße (Einbahnstraße usw.) zu behandeln:
1. Schritt: Rechtsabbiege-Gebot bei den Ausfahrten aus den Märkten
2. Schritt: Reduzierung der Anzahl der Marktausfahrten
3. Schritt: Neustrukturierung der Lkw-Belieferung der Märkte
4. Schritt: Tempobegrenzung 30 km/h auf der Oderstraße zwischen Nuthe- und Neißestraße in Richtung Westen
5. Schritt: Änderung der mittleren Richtungsfahrbahn für den Durchgangsverkehr (nur Rechts-Einfahren und Rechts-Ausfahren)
6. Schritt: Bau eines weitere Kreisels an der Einmündung Katzbach-/Oderstraße mit gleichzeitiger Anbindung des real-Parkplatzes an den Kreisel  



2. Erste Lösungsansätze zur Gestaltung und Verkehrsführung Ruhlsdorfer Platz
==============================================================
Im Herbst 2008 und letztmalig im Januar traf sich die Agenda-Gruppe "Ruhlsdorfer Platz" (RP), um einige grundsätzliche Fragen bezüglich der künftigen Gestaltung des zentralen Platzes unserer Stadt zu diskutieren. Die Gruppe, der Kommunalpolitiker unterschiedlicher Gruppierungen, potenzielle Investoren und Anlieger sowie weitere an der Stadtentwicklung interessierte Bürger angehören, einigte sich auf einige wenige Prämissen, um zunächst eine Basis für weitere Überlegungen zur architektonischen und verkehrlichen Gestaltung des Platzes zu schaffen. Einigkeit bestand vor allem in dem Willen, dem RP in erster Linie ein städtebauliches Gepräge zu geben und erst in zweiter Linie die verkehrliche Komponente zu betrachten. Aus diesen Überlegungen heraus wurden die folgenden Prämissen definiert, die sich deutlich an die bisherigen anlehnen und eng mit den vorangegangenen Überlegungen zur Verkehrsplanung verzahnt sind:

1. Funktionalität für einen künftigen zentralen "Stadtplatz"
- Städtebaulich attraktives Zentrum mit Aufwertung des bestehenden Ensembles
- Eingangstor zur Altstadt mit regional geprägtem Wahrzeichen
- Kommunikativer Stadtmittelpunkt mit gehobener Aufenthaltsqualität

2. Verkehrliche Voraussetzungen
- Entschärfung des stark belasteten Verkehrsknotens durch teilweisen Rückbau der Verkehrsflächen
- Im unmittelbaren Platzbereich Zulassung nur einer Hauptmagistrale, die zudem verkehrsentlastet sein muss
- Konsequente Leitung des Transitverkehrs über das weiter zu optimierende Spangensystem
- Bereitstellung von ausreichenden Parkmöglichkeiten in Platznähe

3. Randbedingungen für die architektonische Gestaltung
- Erhaltung und behutsame Ergänzung des äußeren Platzbereiches
- Architektonische Neugestaltung des vergrößerten Innenbereiches
- Erhaltung und mögliche Betonung vorhandener Sichtachsen auf die Altstadt

Die AG ist sich darüber im Klaren, dass die Gestaltung des RP eine Arbeit vieler Interessengruppen sein wird, die rechtzeitig an einen "Runden Tisch" gebracht werden müssen. Weitere Interessengruppen als die schon vorhandenen sind zu aktivieren und ebenfalls in die Arbeit zu integrieren. Die Transparenz der Arbeit für die Öffentlichkeit ist bereits im frühen Arbeitsstadium zu gewährleisten, da nur so eine breite Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung zu erreichen sein wird.
Die wichtigsten Gesprächspartner sind deshalb:
- Verwaltungen - Bürgermeister, Stadtverwaltung (Bauamt, Verkehrsbehörde), Landesstraßenamt
- Experten -
Stadtplaner, Architekten, Verkehrsexperten, später auch Verkehrsbetriebe
- Politik - Abgeordnete aller Parteien und Wählergruppen, Sachkundige der SVV (Bau-Ausschuss, Umweltausschuss)
- Engagierte Bürger - Agenda-Mitglieder (Gruppe RP, ÖPNV, Altstadt)
- Bauinteressierte - Anlieger, Investoren, Grundstückseigentümer, Wohnungsbaugesellschaften, Sanierungsträger 
- Öffentlichkeit - Presse, Medien, interessierte Öffentlichkeit

In Vorbereitung einer ersten größeren Diskussionsrunde, die zum 03.03.2009 in das Teltower Neue Rathaus einberufen wurde und an der zunächst der Bürgermeister, Mitarbeiter der Stadtverwaltung Teltow, Abgeordnete, Sachkundige, der Sanierungsträger "complan", die Agenda-Gruppe "RP" und die Verkehrsexperten des Ingenieurbüros IVV teilnahmen, fasste die AGENDA-Gruppe ihre bisherigen Ideen ebenfalls zusammen und präsentierte sie, nachdem die Verkehrsingenieure ihre Ergebnisse zur künftigen Verkehrssituation und der Sanierungsträger seine Gestaltungsideen vorgestellt hatten. Die sehr sachlich geführte Bestandsaufnahme und Ideenfindung zeigte, "wie groß das Interesse und die Bereitschaft bei den Bürgern Teltows ist, sich für eine positive Veränderung der Aufenthaltsqualität, insbesondere in der Innenstadt zu engagieren ... Das macht Mut ! Bleibt zu hoffen, dass dieses Engagement ausstrahlt und zu einem gemeinschaftlichen Aufbruch ... führt." (markt regional, 3/2009, S. 4)

Im folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse vorgestellt,
die jedoch etwas abweichend von den eingangs beauftragten Modellen berechnet wurden. Da die IVV die Variante E in der Bewertungsmatrix außerdem nicht berücksichtigt hatte, wurde sie von der Agenda mit eingefügt. Anschließend wurde die Matrix neu bewertet.

Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung Ruhlsdorfer Platz (IVV) in tabellarischer Übersicht (Bewertungsmatrix)
Stand: 03.03.2009
Spangensystem wie Bestand
Spangensystem durch Bypässe optimiert
Kriterium
(KV = Kreisverkehr)
4-armiger KV
2-streifig
Variante A
5-armiger KV
2-streifig
Variante B
Ampelkreuzung

Variante C
5-armiger KV
1-streifig
Variante D
4-armiger KV
1-streifig
Variante E
Ampeleinmündung
kein Nord-Süd-Verkehr
Variante F
Einmündung mit KV
kein Nord-Süd-Verkehr
Variante G
RahmenbedingungBerliner Straße:
Durchfahrt gesperrt
Berliner Straße:
Durchfahrt offen
Berliner Straße:
Durchfahrt gesperrt
Berliner Straße:
Durchfahrt offen
Berliner Straße:
Durchfahrt gesperrt
Berliner Str. mit
Zweirichtungsverkehr
Berliner Str. mit
Zweirichtungsverkehr
Fuß-/Radverkehr2-streifige Zufahrten
ungünstig (6)
2-streifige Zufahrten
ungünstig (7)
gesichert (2)sicher (5)sicher (4)gesichert (1)sicher (3)
Wartezeiten Fuß-/Radmittel (5)mittel (6)hoch (7)gering (4)gering (3)mittel (2)gering (1)
Wartezeiten MIV/Bus12 s (3)16 s (5)52 s (7)16 s (4)12 s (2)18 s (6)10 s (1)
Verkehrslenkungnicht möglich (3)nicht möglich (3)bedingt möglich (1)nicht möglich (3)nicht möglich (3)bedingt möglich (1)nicht möglich (3)
Unfälle [1.000 ¤/a]30 - 55 (4)30 - 55 (5)30 - 100 (7)30 - 55 (3)30 - 55 (2)30 - 100 (6)30 - 55 (1)
Fahrzeug-Belastung
Altstadt
2.000 (1)2.000 (1)2.000 (1)2.000 (1)2.000 (1)bis 5.000 (6)bis 5.000 (6)
Fahrzeug-Belastung
Potsdamer Str.
Höhe Altstadt
bis 22.000 (5)bis 22.000 (5)bis 22.000 (5)bis 19.000 (1)bis 19.000 (1)bis 21.000 (3)bis 21.000 (3)
geeignet für
Belastungen 2030
ja (1)bedingt nach Sperrung
Berliner Str. (6)
nach Erhöhung der
Wartezeit auf 62 s (5)
nach Sperrung
Berliner Str. (6)
ja (1)ja, Wartezeit 21 s (1)ja (1)
robust bei Störungen
des Spangensystems
Stau möglich (2)ja (1)Störung möglich durch
höhere Wz, Rückstau (3)
starke Staugefahr (5)starke Staugefahr (6)Störung möglich durch
höhere Wz, Rückstau (3)
starke Staugefahr (7)
Baukosten geschätztmittel (5)mittel (6)hoch (7)gering - hohe
Spangenkosten (3)
gering - hohe
Spangenkosten (2)
mittel - hohe
Spangenkosten (4)
gering - hohe
Spangenkosten (1)
laufende Kostengering (4)gering (5)hoch (7)gering (1)gering (1)hoch (6)gering (1)
Summe Ränge39505236263928
Gesamtrang4673142
 <-------------------------------auszuschließende Variantenmögliche Varianten------------>
                                                                                          
Es zeigt sich, dass beim optimierten Spangensystem die nicht durch Lichtsignalanlage (LSA) geregelten Lösungen
Variante G
= kleiner KV an der Einmündung Ruhlsdorfer Ecke Potsdamer Straße und Zweirichtungsverkehr Berliner Straße und
Variante E
= kleiner KV an der Südostecke des Platzes mit zusätzlicher Sperrung des Durchgangs Berliner Straße
die optimalen Varianten  darstellen. Bei diesen beiden Varianten wird außerdem an der Einmündung Hollandweg / Potsdamer Straße zusätzlich das Linksabbiegen untersagt und keine LSA installiert; ansonsten ist im Hollandweg und der Lichterfelder Allee neu Zweirichtungsverkehr erlaubt.
Auch Variante D, der 5-armige Kreisel, ist aus verkehrlicher Sicht noch akzeptabel.
Die Varianten F (mit LSA) und G (ohne LSA) sind ansonsten dadurch charakterisiert, dass sie keine Nord-Süd-Verbindung mehr über den Platz vorsehen, wobei die Kreiselvariante G deutlich favorisiert wird.

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Städtebauliche Beurteilung der Verkehrsvarianten durch den Sanierungsträger "complan"
Die Schaffung eines zusammenhängenden Platzes wird nur durch die Varianten E, F und G ermöglicht, so dass Variante D - auch wenn sie verkehrstechnisch noch günstig bewertet wird - auszuschließen wäre. Die beste Übereinstimmung mit der verkehrlichen Bewertung durch IVV erlangt schließlich Variante G, die Einmündung Ruhlsdorfer Straße mit kleinem Kreisel, während die durch die Agenda zusätzlich bewertete Variante E, der kleine Kreisel an der Südostecke des Platzes, sogar noch etwas besser abschneidet. In Variante E würde die Berliner Straße als Gestaltungsfläche gewonnen und damit eine Nord-Süd-Gestaltung des Platzes möglich; Variante G ließe dagegen durch Schließen des östlichen Platzteiles eine Ost-West-Gestaltung zu. Auch Variante F (analog Variante G, jedoch mit LSA) ergibt noch eine relativ gute verkehrliche Bewertung und kann deshalb weiterhin in Betracht gezogen werden.

Städtebauliche Vorschläge der Agenda-Gruppe "Ruhlsdorfer Platz
Für die städtebaulichen Ideen der Agenda-Gruppe, die ebenfalls auf der Annahme einer weitgehend geschlossenen Platzfläche beruhen, kommen ebenfalls nur die Varianten E, F und G in die engere Wahl. Allerdings ist das Verkehrsmodell, das die Agenda-Gruppe favorisiert, keinem der bisher vorgelegten Verkehrs-Modelle adäquat; aber primär steht zunächst die Gestaltung der Flächen im Vordergrund. Für die Gestaltung des Platzes wurden zunächst die folgenden drei Grenzfälle der Bebauung als Diskussionsgrundlage herausgearbeitet:


Modell A:
Die bestehende kleinteilige Bebauung bleibt erhalten und wird duch eine L-förmige Bebauung entlang der Potsdamer Straße ergänzt. Es entsteht im westlichen Bereich eine geschützte hofartige Struktur in Anlehnung an die Bebauung der Altstadt. Der östliche Bereich des Platzes ist wie auch zu früheren Zeiten offen zu den umgebenden Straßen gestaltet.

Die kleinteilige Bebauung ermöglicht die Ansiedlung von attraktivem Einzelhandel und Gastronomie.
Jedoch bleibt das Risiko der Vermarktung der kleinen, für einen Investor wenig lukrativen Gewerbeflächen bestehen.
Modell B:
Die vorhandenen Gebäude- und Grundstücksstrukturen werden aufgehoben und durch einen komplexen, stadtbildprägenden Baukörper ersetzt. Dieses Gebäude ermöglicht die Unterbringung von zentralen Verwaltungsaufgaben der Stadt, von kulturellen Einrichtungen oder einer gewerblichen Nutzung. Im Bereich des Hollandweges kann ein Parkhaus in das Gebäude integriert werden, was die Stellplatzsituation am Platz deutlich entlasten kann.

Die Bebauung mit einem zentralen Baukörper macht das Vorhaben auf Grund der Größe für Investoren interessant.
Zusammen mit einer qualifizierten Nutzung kann der Platz seine Bedeutung als Stadtplatz deutlich stärken.
Modell C:
Die vorhandenen Gebäude- und Grundstücksstrukturen werden aufgehoben und durch einen abgewinkelten Zeilenbau ersetzt. Der Platz öffnet sich nach Süden und integriert die Potsdamer Straße. Die zeilenartige, umgrenzende Bebauung stärkt die visuelle Wahrnehmung der Platzstruktur. Eine Öffnung der Zeile zur Berliner Ecke Zehlendorfer Straße kann als "Tor zur Altstadt" fungieren.

Die Ausrichtung nach Süden erhöht die Aufenthaltsqualitäten und die Wahrnehmung des Platzes bei Verkehrsteilnehmern. Ein zu hoher Verkehrslärm könnte sich nachteilig auswirken.
    
Die hier vorgestellten symbolischen Modellstrukturen dienen der weiter zu führenden Diskussion im Sinne der oben dargelegeten Randbedingungen sowohl zur städtebaulichen als auch verkehrspolitischen Entwicklung lediglich als Ideenkonzept. Über die weiteren Aktivitäten werden wir an dieser Stelle kontinuierlich weiter informieren.   


Kontroverse Sichten auf jüngste Aktivitäten
Auf einem weiteren Treffen der Teltower Stadtpolitiker mit der Stadtverwaltung und der Lokalen Agenda am 05.05.2009 sollten nun die bisher vorgestellten Modelle nach Diskussion in den Fraktionen ausgelotet werden. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Fraktionen ihre Meinung gebildet hatten, wurden zunächst die wahrscheinlichen Vorstellungen ausgetauscht.
Zunächst einmal waren sich die anwesenden Politiker mit den Vertretern der Stadtverwaltung und der Agenda darin mehrheitlich einig, dass der Ruhlsdorfer Platz (RP) künftig ein gestalteter Platz werden soll, und nicht in erster Linie ein Verkehrsknotenpunkt. Es kristallisierte sich in der Diskussion weiter heraus, dass die Variante F von den Fraktionen CDU, FDP, B.I.T. sowie der Stadtverwaltung und der Lokalen Agenda favorisiert wird. Während meist der Ampelregelung der Vorzug gegeben wird, könnten B.I.T. und Lokale Agenda auch ohne Anmpel leben, wobei dann allerdings eine restriktive Verkehrsführung erforderlich wäre.
Die SPD plädierte weitgehend für die Variante D mit großem Kreisverkehr und konterkarierte damit den bisher weitgehend einhellig vertretenen Gestaltungswillen. Leider waren keine Vertreter der "LinksGrünen" Fraktion anwesend, so dass das bisherige Ergebnis noch nicht die endgültige mehrheitliche Meinung repräsentiert.
Obwohl die Presse dieses Ergebnis schon als "breite Zustimmung" verkaufte (MAZ vom 08.05.2009), der sich sowohl der Bürgermeister als auch der Wirtschaftsförderer anschlossen, ist die Diskussion noch lange nicht beendet - und auch die Variante mit großem Kreisverkehr ist damit noch lange nicht vom Tisch, wie die Besprechung insgesamt von der MAZ bewertet wurde. Wenngleich Bürgermeister und Wirtschaftsförderer von einer Grundsatzentscheidung sprachen, die die Weichen für eine Neugestaltung der Teltower Mitte einschließlich der Altstadt gestellt hätte und auch gegenüber dem Landesstraßenamt nachdrücklich verteidigt werden sollte, ist es doch verfrüht, von einer Beschlussfassung bereits im Herbst auszugehen. Das zeigte sich unmittelbar auf der folgenden Sitzung des Bau-Ausschusses (BA) am 26.05.2009, denn offenkundig ist man sich auch innerhalb der Fraktionen keinesfalls immer über die künftige Gestaltung des künftigen Stadtplatzes RP einig. Das ist leider auch in der B.I.T. so. So wurde die Entscheidung im BA schließlich vertagt, und erst nach der Sommerpause ab September soll die Aussprache weitergeführt werden (MAZ vom 29.05.2009).
Die Verunsicherung vor allem bei den Abgeordneten der SPD wurde dadurch noch gesteigert, weil sich einige "Anrainer" des Platzes - auch wenn sie erst in weiterer Entfernung vom RP in der Ruhlsdorfer Straße oder am S-Bahnhof Teltow-Stadt tangiert werden - massiv gegen eine Gestaltung des Platzes wehren wollen und für einen großen Verkehrsknoten aussprechen, da sie große Geschäftsverluste befürchten, wenn die Kunden einen unzumutbaren Umweg über die Spangen nehmen müssten, um z.B. "Pflanzen-Kölle" oder den SIMONschen Presse-Shop besuchen zu wollen. Deshalb bemüht sich die Stadtverwaltung derzeit, diese Befürchtungen zu zerstreuen, indem "sinnvolle Wegebeziehungen" angedacht werden, wodurch der Platz städtebaulich und auch für Ansässige attraktiver würde (MAZ vom 29.05.2009).
Bereits im Vorfeld hatte der Vorsitzende des BA, Helmut Tietz, Zweifel an einem gestalteten Platz mit Verkehrsberuhigung geäußert, da Teltow weiter wachsen würde und man sich alle Wege offen halten müsse, denn das Spangensystem sei nicht das Allheilmittel (PNN vom 23.05.2009). Er sei besorgt, dass mit der Verkehrsberuhigung auch noch die letzten Gewerbetreibenden das Areal verlassen würden. Die Anrainer der Ruhlsdorfer Straße verglichen in diesem Zusammenhang (unzulässig ?) die diskutierte künftige Anbindung mit der Sperrung im vergangenen Jahr, als die Ruhlsdorfer Straße nur als Einbahnstraße benutzt werden konnte.
Unserer Ansicht nach ist dieser Vergleich aber grundweg falsch, denn
1. wird die Ruhlsdorfer Straße im gesamten Verlauf nie Einbahnstraße werden - möglicherweise jedoch im Abschnitt RP bis Einmündung Gonfrevillestraße - und
2. dürften die Berliner Kunden, deren Wegbleiben vor allem gefürchtet wird, besser über die Spangen fahren können als sich wieder über einen fünfseitigen RP zu quälen.
Die Gegner attestieren der Variante F "fehlende planerische Weitsicht im Hinblick auf den Berufsverkehr" und Umweltschädigung, da schon heute ein enormer Rückstau auf den Spangen zu verzeichnen sei. Ohne RP wäre das Chaos deshalb perfekt. Dass das Spangensystem für die Zukunft nicht optimal ist und hier unbedingt nachzubessern ist, können wir nur unterstreichen, jedoch wird auch der Kreisverkehr am RP dieses Problem nicht lösen. Außerdem würde durch den großen Kreisverkehr erneut wieder zusätzlicher Verkehr in die Potsdamer Straße gelenkt werden, der jedoch für die geplante verbesserte Aufenthaltsqualität in diesem Bereich auch nur kontraproduktiv wäre. Aus diesem Grunde ist die Verkehrsberuhigung des RP die einzig vernünftige Alternative, die nicht zuletzt auch eine gesteigerte Nutzung des ÖPNV zum Ziel haben muss. Auch an dieser Thematik wird zur Zeit mit Hockdruck gearbeitet. Es muss unter allen Umständen so oder so gelingen, den Motorisierten Individualverkehr aus dem Zentrum weitgehend durch verkehrsleitende Maßnahmen herauszuhalten. Das wird aber umso schlechter gelingen, je mehr Verkehr geduldet bzw. noch angelockt wird. Die B.I.T. hat sich deshalb mehrheitlich auf ihrer Mai-Sitzung ebenfalls für die  Variante F ausgesprochen.

Konzertierte Aktion für Teltower Verkehrsregelung - Gründung neuer Agenda-Gruppe
Mit dem Thema "Teltower Verkehrsführungen", das weitere neuralgische Punkte wie u.a. das 
gesamte Spangensystem, die Region Oderstraße sowie die generelle Verkehrsberuhigung auf den Ausfallstraßen zum Inhalt hat, soll sich nach einer längeren Anlaufphase nun auch eine spezielle "Zeitweilige Arbeitsgruppe des Teltower BA (ZAG)" beschäftigen. Diese konstituierte sich am 30.06.2009 unter der künftigen Leitung des Stadtverordneten Trog (CDU). Eine ähnliche Gruppe erzielte allerdings auch vor Jahren keine Ergebnisse, da die Abgeordneten, die schließlich "im eigenen Saft" schmorten, nicht in der Lage waren, die Probleme auch nur ansatzweise zu lösen.
Da zur Bildung der ZAG festgelegt wurde, nur Abgeordnete und Sachkundige zuzulassen, bemühte sich eine Reihe von Agenda-Mitgliedern, konstruktiven Zugang zu diesem Gremium
zu erhalten. Wie zum Agenda-Plenum am 23.06.2009 angekündigt, gründete sich deshalb am 7.8.2009 die neue Agenda-Arbeitsgruppe "Stadtentwicklung/Verkehr", die sich aus Mitgliedern der AGen "ÖPNV", "Ruhlsdorfer Platz" und "Altstadt/Stadtentwicklung" rekrutiert.
Mit dem Leiter der ZAG wurde die Absprache getroffen, gegenseitig die Beratungsergebnisse auszutauschen und eine dreiköpfige Delegation der
permanent arbeitenden Agenda-Gruppe direkt an der ZAG zu beteiligen. Dadurch wird eine ständige Verbindung zwischen Bürgerideen und Parlament gewährleistet, um schließlich weitgehend Konsens bzgl. die Teltower Verkehrsbelange herzustellen.                                   

Auf der konstituierenden Arbeitssitzung der ZAG am 30.06.2009 wurde zunächst die Arbeitsaufgabe "Erarbeitung einer konzeptionellen verkehrstechnischen Lösung für die Oderstraße (Nordspange) unter Einbeziehung des Spangensystems, des Ruhlsdorfer Platzes und der angrenzenden Straßenzüge" konkretisiert, die Zusammenarbeit mit der "Lokalen Agenda" wird angestrebt. Folgenden Themen wird sich die ZAG widmen:
Für eine effektive Arbeit der ZAG werden alle Verkehrsgutachten und alle weiteren INSEK(Integriertes Stadtentwicklungskonzept)-Basisunterlagen durch die Verwaltung aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Dies geschah auf der Sitzung am 19.08.2009, so dass eine realistische Einschätzung des Verkehrsaufkommens bis zu den Zeiträumen 2020/2030 zur Sitzung am 21.10.2009 möglich ist.
Nach Erarbeiten einer Grundsatzentscheidung für den Ruhlsdorfer Platz, in die die Meinungen der Fraktionen einfließen müssen, wird voraussichtlich Ende 2009/Anfang 2010 ein Endbericht vorgelegt, der gleichzeitig das Ende der ZAG markiert.

Auf der 
konstituierenden Arbeitssitzung der Agenda-AG am 07.08.2009 wurde zunächst die Erarbeitung eines priorisierten Themenkatalogs vorgenommen. Dabei wurde als Randbedingung fixiert, dass sich die Teltower Überlegungen zur Entwicklung der eigenen Verkehrsführungen unbedingt auch an den Nachbarkommunen zu orientieren haben. Als wichtigste Themen kristallisierten sich die "Bedeutung der Biomalzspange" und der "Ausbau des Schenkendorfer Weges zur Umfahrung von Ruhlsdorf" mit dem Charakter einer Landesstraße heraus. Letzteres Thema erhielt seine Bedeutung vor allem durch den Zeithorizont, da das Landesstraßenamt hier 2010 vollendete Tatsachen schaffen will (Projekt NE14 - LandesStraßenBedarfsplanung 2010). Der Bau der Biomalzspange steht damit im unmittelbaren Zusammenhang und erhält durch die Weigerung von Stahnsdorf, diese Trasse zu befürworten, für beide Orte wesentliche Bedeutung.
Auf Grund des engen Zeithorizontes (Auslegung bis Ende Oktober 2009) wurden deshalb auf der 1. Arbeitssitzung der Agenda-AG am 27.08.2009 nur diese beiden Themen im Komplex behandelt. Ein Überblick zum großräumigen Verkehrsgeschehen in unserer Region zeigt die neuralgischen Punkte sehr deutlich. Die vorhandenen Trassen (rot) sollen durch Maßnahmen (grün) entlastet werden. Die Agenda-AG arbeitete heraus, dass der Ausbau des Schenkendorfer Weges in Teltow keine Lösung für die Probleme darstellt, sondern allein der Bau der Biomalzspange, die an der Peripherie von Teltow/Stahnsdorf liegt, kann die wesentlichen Verkehrsströme von Südwest nach Nordost bzw. von Südost nach Nordwest aufnehmen. Dadurch würde in Teltow eine Entlastung des Ortskernes Ruhlsdorf und des Ruhlsdorfer Platzes erreicht werden, vorausgesetzt die Teltower Kreisel erhielten eine höhere Durchlassfähigkeit. Die in Stahnsdorf umstrittene Verkehrsführung von der Biomalzspange zur L40 ist dabei für Teltow ohne wesentlichen Belang, da die Trassierung über Stahnsdorf, Ruhlsdorfer Straße oder Grüner Weg äquivalent wäre. Entscheidend für Teltow bleibt vor allem die Entlastung der Iserstraße und des Ruhlsdorfer Platzes sowie die Verhinderung der Zerschneidung des Landschaftsschutzgebietes "Buschwiesen". Aus diesen Überlegungen heraus wurde von einer (wahrscheinlichen) Mehrheit der Abgeordneten ein Beschlussantrag zur SVV am 16.09.2009 auf den Weg gebracht (DS 118/2009), der die Verhinderung des Ausbaus des Schenkendorfer Weges in der Ortslage Teltow zwischen Stahnsdorfer und Ruhlsdorfer Straße zum Gegenstand hat.    

Für die weitere Arbeit der Agenda-AG wurde auf der konstituierenden Sitzung am 7.8.2009 folgende Themengliederung beschlossen:
Zur Stadtentwicklung
  1. Diskussion von Basisdokumenten
  2. Quartierbezogene Stadtgestaltung
  3. Landschaftsgestaltung
  4. Umweltschutzmaßnahmen
Zur Ordnung des Verkehrs

Fließender Verkehr

  1. Landesabstimmung
  2. Regionale Abstimmung
  3. Innerörtliche Optimierung
  4. Lärmschutz, Gefahrenpotenzial
Ruhender Verkehr
  1. Park-, Stellplätze
  2. Parkordnung, Parkraumbewirtschaftung
Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV)
  1. Qualifizierung des Schienenverkehrs (SPNV)
  2. Qualifizierung des übrigen ÖPNV (üÖPNV)
Als dringliche Aufgaben wurden aus den Themen folgende priorisiert:
  1. Empfehlungen für städtebauliche Ordnung / Anregung neuer B-Pläne
  2. Prüfung auf Erarbeitung eines Straßenkatasters inkl. Radwege
  3. Fortschreibung Verkehrsentwicklungsplan (VEP) / Nahverkehrsplan PM
  4. Optimierung des Straßensystems unter Einbeziehung baulicher Rahmenbedingungen
  5. Optimierung / Neuordnung des Busnetzes
  6. Schrittweise Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung
  7. Parkordnung, Parkraumbewirtschaftung
Im Konsenz mit den Aufgaben der ZAG werden zunächst Fragen als dringliche Aufgaben behandelt, die mit der Optimierung des Teltower Straßensystems im Zusammenhang stehen (Thema 4).  

Für die Sitzung am 14.09.2009 steht die Problematik Oderstraße auf der Tagesordnung.

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Die B.I.T. wird die Entwicklungen zur Gestaltung des Ruhlsdorfer Platzes und das gesamte Stadtgebiet weiterhin kritisch begleiten und versuchen, die Optimierung der Verkehrslenkung im Rahmen der AGENDA aktiv voran zu treiben.


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