Wie steht es um die Teltower Altstadt und ihr Umfeld ? (18.09.2007)
- Wie soll man den Dornröschenschlaf in der Altstadt beenden ?
- Frühlingsfest bleibt Markstein, Frischemarkt war Flop
- Aktualisierter Rahmenplan zur Teltower Altstadtsanierung
- Kuppelmayrsche Siedlung durch Stadtverwaltung bezogen
- Zur Gestaltung des Eingangstors zur Altstadt am Ruhlsdorfer Platz

Die Geburtswehen der Kuppelmayrschen Siedlung
Nachdem auf Drängen einiger Mitglieder des "Beirates zur Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung" (KMS), dem Vertreter aller Parteien und der B.I.T. angehören, Ende 2002 Bewegung in dieses Thema gekommen war (s. "Teltower Stadtblatt 12/2002"), entzündete sich der Meinungsstreit auf der Zusammenkunft des Gremiums am 13.12.2002 zunächst am durch die Architekten und Fachplaner der Fa. RATAPLAN, Wien, vorgelegten Vorentwurf.

Hier einige "Pro"-Argumente für das vorgeschlagene Projekt, die u.a. der Bürgermeister damals vertrat:
- Der für etwa 200 Personen vorgesehene Raum reicht für alle wichtigen Teltower Veranstaltungen aus. Er ist mit dem Saal des "Schwarzen Adler" vergleichbar.
- Wenn eine Bühne benötigt wird, kann man diese aus transportablen Teilen zusammensetzen.
- Für Gastronomie wird ein Catering-Unternehmen angeheuert. Ansonsten genügt auch die geplante Gaststätte.
- Der Sanierungsträger "complan" streitet für den Saal, da "die Kuppelmayr´sche Siedlung mit dem Saal steht und fällt" (MAZ vom 29./30.3.2003).

Einige "Contra"-Argumente, die u.a. auch von der B.I.T. ins Feld geführt wurden:
- Teltow nennt derzeit keinen Saal für größere Veranstaltungen sein eigen. Man sollte aber perspektivisch denken, entweder die Ritterstr. 29 mit ins Kalkül ziehen oder mit den Nachbargemeinden einen gemeinsamen Standort für größere Veranstaltungen finden.
- Wenn eine Bühne benötigt wird, verliert der Raum erheblichen Sitzraum, da die Bühne nicht wie im "Schwarzen Adler" zurückgesetzt ist, sondern sich im Saal befindet.
- Die geplante Gastronomie muss so an den Saal angebunden werden, dass sie in harmonischer Einheit mit ihm in der Lage ist, alle Veranstaltungen, sofern gewünscht, gastronomisch voll zu betreuen.
- Die Denkmalschutz-Behörden plädieren ebenfalls für einen Verzicht auf den Saal wegen der Zerstörung des Hof-Ensembles.

Im Frühjahr 2003 war dann aus Pressemeldungen zu entnehmen (MAZ vom 29./30.3.2003, PamS vom 30.3.2003), dass der Sanierungsträger "complan" und die Denkmalschutzbehörden von Land und Kreis nun in allen Streitpunkten Kompromisse erzielt hätten. Das betraf den umstrittenen Bibliotheks-Neubau, den Saalneubau (!) im Innenhof, die Belichtung des Dachgeschosses sowie die Anordnung der Behindertenrampen. Das bedeutete, die CONTRA-Argumente wurden wieder einmal vom Tisch gefegt ! Die Entwurfsplanung sollte bis Ende April 2003 auf dem Tisch liegen, womit sich dann der "Beirat zur Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung" erneut auseinanderzusetzen hatte. Die B.I.T. versuchte, hier ihre Vorstellungen erneut, allerdings erfolglos, einzubringen.
Im Juni 2003 wurden schließlich die Sicherungsmaßnahmen an den Gebäuden begonnen, so dass nach optimistischer Aussage des Bürgermeisters im Januar 2004 mit dem Bau der Siedlung hätte begonnen werden können. Auf der 53. SVV-Sitzung am 11.06.2003 machte der Bürgermeister aber wiederholt auf die prekäre Finanzierungssituation bei diesem wichtigen Bauvorhaben aufmerksam. Zitat: "Es besteht die zwingende Notwendigkeit, hier neue Wege zu gehen. Es kann ... nicht verantwortet werden, dass mit Abschluss des Vorhabens Kuppelmayrsche Siedlung die Stadt Teltow vor einem finanziellen Desaster steht."
Das wollten auch wir nicht ! Wir standen aber weiterhin zu unserer Meinung, dass die KMS ein wichtiges und dringendes Bauvorhaben für die Stadt sei, und wollten unseren positiven Beitrag zur Erarbeitung einer optimalen Finanzierungsvariante leisten. In diesem künftigen Bürgerzentrum sollten vor allem die Stadtverwaltung, die Stadtbibliothek (Errichtung zunächst auf Eis gelegt, später im ehemaligen Bankgebäude in der Jahnstraße realisiert) und der Seniorenclub (hierfür wurde seit Oktober 2004 das Bürgerhaus als Sitz ins Auge gefasst, um bereits ab 2005 Kosten zu sparen, und schließlich auch realisiert) ihren Sitz haben sowie das Parlament tagen.

Die Schaffung eines Saales mit entsprechender Gastronomie war ebenso wichtig, hätte nach unserer Meinung aber separat diskutiert werden müssen !
Die ursprüngliche Möglichkeit, für letzteres in Kooperation mit der Region das SIEMENS-Anwesen am Schwarzen Weg in Kleinmachnow zu nutzen, hatte sich allerdings durch Teltower Inaktivität mit Stand vom 31.01.2004 erledigt, da die evangelische Hoffbauer-Stiftung auf diesem Gelände zunächst eine Grundschule errichtet hat, um dann das gesamte Gelände in 99jährige Erbpacht zu nehmen. Ein weiterer Ausbau der alten Immobilie in 2008 steht bevor ! Damit wurde an diesem Standort endgültig verpasst, etwas Gemeinsames (siehe auch die Ausführungen zum Thema "Mittelzentrum") für die Region zu schaffen !
Auch der einzige größere Saal, den die Stadt Teltow noch zur Verfügung hat, der "Bäkesaal" auf dem TELTOMAT-Gelände, stand vor einer ungewissen Zukunft (MAZ vom 01.12.2004). Der Bäketaler Karnevalsverein, der den Saal gepachtet hatte, sandte zur Sitzung des Sozial-Ausschusses am 29.11.2004 einen dringenden Hilferuf an die Stadt, da er sich nicht in der Lage sah, die von der Kreis-Bauaufsicht zum 31.12.2004 geforderten baulichen, vor allem brandschutztechnischen Auflagen zu erfüllen. Während der Karnevalsverein auf Bestandsschutz bestand, drohte die Bauaufsicht an, eine Umnutzung der Räumlichkeiten zu erzwingen, zu der es dann schließlich auch kam. Durch diese Situation wurde das Thema "Mehrzwecksaal für Teltow" zwar unerwartet wieder aktuell, führte aber in der Endkonsequenz bis heute zu keiner praktikablen Lösung!


Im Haushalt 2004 wurden für die Sanierung der KMS 700.000 € eingestellt, ein vergleichsweise kleines Sümmchen bei einem Gesamtbedarf von 8,4 Mio €, so dass die Stadt um eine Kreditaufnahme nicht umhin kam. Mit der Fertigstellung des Vorhabens wurde optimistisch für die Jahre 2006/2007 gerechnet. Die Abrissarbeiten wurden endlich nach mehrmaliger Verschiebung am 10. November 2004 begonnen, denn die Baugenehmigung lag seit Mitte Mai vor und die europaweite Ausschreibung konnte anschließend anlaufen. Die Anbaggerung begleitete der Teltower Bürgermeister mit dem Wunsch: "Das Bürgerzentrum soll das Herz Teltows werden und einen wichtigen Impuls zur Belebung der Altstadt geben" (MAZ vom 11.11.2004). Da die Archäologen auch noch ein Weilchen brauchten, die Spuren unserer Vorfahren zu sichten, wurde schließlich im Frühjahr/Sommer 2005 mit den Hochbauarbeiten begonnen, als die Finanzierung gesichert war. Doch darüber gingen die Meinungen der Abgeordneten immer wieder auseinander. Die Befürchtung, dass das Ganze doch noch auf Eis gelegt werden musste, bestätigten sich zum Glück nicht, obwohl sich die Stimmen gegen das gesamte Vorhaben "KMS", angeheizt vor allem von Seiten der CDU (mit Bündnisgrünen), wegen der "enormen" Haushaltsbelastung für die nächsten Jahre mehrten - übrigens im Gegensatz zur Ansicht des CDU-Landesvorsitzenden Schönbohm ! Auf einem zum 29.07.2004 anberaumten 1. öffentlichen "Themen"-Abend in Teltow-Seehof wurde Front gegen die KMS gemacht und der für die 9. SVV am 11.08.2004 vorgesehene Antrag auf Ablehnung des Baus (DS 146/2004) verteidigt (MAZ vom 31.07.2004).  Auch die SPD fuhr zunächst einen merkwürdigen Schlingerkurs mit Argumenten wie "schwerwiegenden Bedenken" und "schon immer bestehenden Zweifeln" (PNN vom 03.06.2004) und zweifelte an ihrem im Jahr 2003 gegebenen Versprechen für die Siedlung. Plötzlich sei der "Verwaltungssitz schon immer eine Notlösung" gewesen - und die CDU dachte gar an eine Umnutzung oder Überdenkung des beschlossenen Nutzungskonzeptes.
Allein PDS, B.I.T. und FDP blieben bei ihrer gegebenen Zusage, sich für den Bau der Siedlung zu engagieren, wobei die B.I.T. für einen schrittweisen Ausbau auch unter Einbeziehung der Kellerräume plädierte, wozu es allerdings nie kam. Trotzdem sollten wir mit unserer Meinung schließlich Recht behalten, denn die Sanierungskosten stiegen dadurch weiter an.

Am 10.08.2004 kam es wieder zu einem konstruktiven Treffen des "Sanierungsbeirates", auf dem ein allseitiger Kompromiss erarbeitet wurde, durch den noch einmal das Nutzungskonzept überdacht und eine Kostenreduzierung erreicht werden sollte. Die CDU machte sich diesen Vorschlag flugs zu eigen und präsentierte ihn als einen neuen Antrag an die 9. SVV, der aber schließlich aus formalen Gründen und unter Protest der anderen Abgeordneten zurückgewiesen werden konnte. Der offizielle Antrag der CDU zur Ablehnung des Baus
(DS 146/2004) wurde dann in namentlicher Abstimmung mit klarer Mehrheit (6/22/0) abgelehnt. Außerdem wurde der in den Fraktionen ausführlich diskutierte Nachtragshaushalt 2004, in dem für dieses Projekt eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 4,8 Mio € vorgesehen ist (PNN vom 28.5.2004), mit klarer Mehrheit (22/6/0) beschlossen.
Auf der 10. SVV am 15.9.2004 wurde schließlich ein abgespecktes Raumprogramm (DS 172/2004) für die KMS durch den Bürgermeister vorgelegt, in das die Vorschläge des "Sanierungsbeirates" eingearbeitet wurden. Im Ergebnis der Abstimmung, dem sich die B.I.T. konsequenterweise nicht anschließen konnte, wurde das neue Raumprogramm, das nun absolut keinen Handlungsspielraum mehr bot und nur ein kümmerliches Rumpfprojekt übrig ließ, beschlossen (Beschluss 03/10/2004). Inhaltlich ergaben sich daraus folgende entscheidenden Änderungen, die die Kosten (um ca. 1 Mio €) senken sollten:
- Die Stadtbibliothek wurde endgültig aus dem Konzept gestrichen, sie zog, wie erwähnt, in die Jahnstraße (ehem. Sparkasse) um.
- Der Seniorenklub sollte im Bürgerhaus Ritterstraße integriert werden.
- Das Raumprogramm für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurde auf 70 Personen begrenzt.
- Eine gewisse Fläche des Gesamtobjektes soll Drittnutzern gegen Entgelt zur Verfügung gestellt werden. Hier wird sich nach weiteren neuen Überlegungen das Archiv des Heimatmuseums (im Jahr 2008 ?) etablieren.
Das Projekt eines repräsentativen Mehrzwecksaales in der Teltower Altstadt wurde damit endgültig zu Grabe getragen !


Zu einem weiteren Problem hatte sich zwischenzeitlich auch die denkmalgeschützte Krönung über der ehemaligen Gaststätte entwickelt, die durch ABM-Kräfte nach Ansicht des Bauamtes nicht denkmalgerecht rekonstruiert wurde (MAZ vom 27.05.2004). Weitere Zusatzkosten dafür durch Einschaltung einer Fachfirma wurden jedoch durch den Bau-Ausschuss mehrheitlich abgelehnt. Alles in allem eine verzwickte Lage - und man konnte sich zunehmend des Eindrucks nicht erwehren, dass bewusst mit Scheinargumenten dem Projekt "KMS" das Wasser abgegraben werden sollte, was den Gegnern des Projektes mit der stark abgespeckten Variante nun auch teilweise gelang.
Weitere Informationen zum aktuellen Projektstand aus der Sicht des Sanierungsträgers "complan" erfahren Sie im Internet auch unter  <
www.altstadt-teltow.de> .

Wie beendet man den Dornröschenschlaf der Teltower Altstadt ?
Auch andere Vereine, wie z. B. der "Regionale Gewerbeverein für Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow (RGV)", machten sich Sorgen um die gesamte Teltower Altstadt. Wie sein Sprecher Valentin mitteilte (MAZ v. 24./25.01.2004), sollte baldmöglich ein Wirtschafts-Förderkreis initiiert werden, um die Entwicklung der Altstadt zu koordinieren und voranzutreiben. Dadurch sollte es gelingen, die Stadtverwaltung, Abgeordnete, Unternehmer, Anlieger und Investoren in einer konzertierten Aktion an einen Tisch zu bringen mit dem Ziel, die Behinderung von Handel, Gewerbe, Kultur und Investitionen in diesem Areal zu überwinden. Dem derzeitigen Trend, dass immer mehr Einrichtungen in diesem schwierigen Umfeld das Handtuch werfen, ist dringend gegenzusteuern. Besonderes Augenmerk sollte in diesem Zusammenhang auf eine dringende Lösung der prekären Verkehrsproblematik (Nordspange, Parkraum) gelegt werden.
Um ins Gespräch zu kommen, wurde durch den RGV zum 26.01.2004 ins Bürgerhaus eingeladen. Einen gewissen Rückschluss auf das allgemeine Interesse an der Problematik ließ der Teilnehmerkreis an der Veranstaltung zu - einige Altstadt-Einwohner, vier (!) von 28 Stadtverordneten (PDS und B.I.T.), zwei (!) Gewerbetreibende, zwei Abgesandte der Stadtverwaltung, Planungsbüro "complan", Heimat-Verein. Im Laufe des Diskussion gab es mehr offene Fragen als Antworten, Ratlosigkeit machte sich breit. Alle hofften auf die Impulse, die von der Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung und der Etablierung des Rathauses in diesem Areal ausgehen soll. Tischlermeister Eichelbaum z.B. bezweifelte aber, dass Gewerbeansiedlung gegenüber dem Einkaufszentrum Oderstraße bestehen kann - einzig sinnvoll sei die Schaffung eines "sozio-kulturell orientierten Ensembles rund um den Marktplatz". Das Fehlen ineinandergreifender Konzepte seit 15 Jahren wurde bemängelt, der Wunsch nach einem Altstadt-Marketing wurde artikuliert. Quintessenz des Treffens war, dass das bisher Erreichte im Verhältnis zum konzeptionellen Aufwand eher bescheiden ausfiel, wie das traurige Bild der Altstadt damals täglich vor Augen führte.

Inzwischen etablierte sich auch ein Fördergesprächskreis "Teltower Altstadt", der sich auf seiner Zusammenkunft Anfang März 2004 für die schnellstmögliche Entwicklung eines Stadtmarketing aussprach (MAZ v. 11.03.2004). Dabei sollte das besondere Augenmerk auf die Vermittlung eines positiven Altstadt-Images und die Werbung von Investoren gelegt werden. Auch häufigere mit Altstadt-Informationen verbundene Kleinveranstaltungen, wie z.B. das Frühlingsfest der Teltower AGENDA ´21 am 15.5.2004, dürften die historische Mitte weiter beleben. Der Gesprächskreis versuchte mehrmals, mit Vertretern der Stadt, des Sanierungsträgers und der Denkmalpflege sowie später auch mit Grundstückseigentümern über die Zukunft der Altstadt diskutieren.
Der positiven Veränderung der Altstadt-Situation sollte auch die diskutierte Gründung einer "Bürgerstiftung", für die sich das Kommunal-Planungsbüro "complan" engagieren wollte, dienen, um vor allem die entsprechenden finanziellen Mittel zu organisieren. Die B.I.T. trat diesen Aktivitäten sehr aufgeschlossen gegenüber und hätte sie nach Kräften unterstützt - jedoch die vielen Ansätze führten zu keiner Lösung !

Ein erstes positives Signal zur Belebung des Areals sollte die Etablierung eines Frischemarktes mitten in der Altstadt werden. Das grüne Licht zum Abschluss eines Betreibervertrages mit der Markt-Marketing-Veranstaltungsservice GMBH (MMV) gaben die Abgeordneten durch ihren Beschluss 05/05/2004 auf der 5. SVV am 10.03.2004. Vor allem Frischeprodukte mit einem gewissen Anteil an Waren des täglichen Bedarfs wurden dann ab 12.05.2004 zunächst an jedem Mittwoch von 8 bis 18 Uhr angeboten. Der erste Abschnitt des dafür notwendigen Parkraums an der Badstraße wurde allerdings nicht mehr im Jahr 2004 realisiert. Leider war in den ersten Wochen der große Andrang trotz CityBus-Anschluss ausgeblieben, da offensichtlich das Umfeld für die Kunden zu unattraktiv war (MAZ vom 2.6.2004) - das berühmte Problem mit der Katze, die sich in den Schwanz beißt. Deshalb begann am 21.08.2004 ein weiterer Versuch zur Belebung des Markttages, der nun künftig immer samstags stattfand. Erste Reflexionen vom Markt zeigen, dass dieser Wochentag besser angenommen wurde (MAZ vom 23.08.2004), aber der erhoffte Zuspruch blieb ebenso aus. Da halfen auch die vielen gesponserten und von der Lokalen Agenda ´21 ab Frühjahr ´04 organisierten Blumentupfer-Ampeln, die das Bild der Altstadt angenehm bereicherten, leider nicht ! - Schließlich wurde der regelmäßige Markt wieder eingestellt. 

Ausgehend von den zuvor aufgeworfenen Problemen kann es schon als sehr mutig angesehen werden, dass die Altstadt-Rahmenplanung, die zur BA-Sitzung am 24.02.2004 nach 10 Jahren in aktualisierter Form vorgelegt und von der 5. SVV am 10.03.2004 mehrheitlich als Beschluss 11/05/2004 abgesegnet wurde, weiterhin von einem Abschluss der Altstadt-Sanierung im Jahre 2008 ausging. Wenngleich BA und SVV den neuen Rahmenplan befürworteten, hatte die Stadt bis zur Realisierung aber noch einige große Investitionsbrocken abzuarbeiten. Wesentliche Änderungen gegenüber dem alten Plan ergaben sich am nördlichen Altstadtrand zum Kanal hin unter Einbeziehung der Nordspange, der Umgestaltung der Betonwaren-Fläche und der Renaturierung der Kanalaue.
Weiterhin muss die Potsdamer Straße - auch durch Neubauten südlich der Straße - als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich aufgewertet und das jetzige Wochenmarktgelände zum Stadtpark umgestaltet werden. Denn auch dieser Bereich dümpelt vor sich hin - nicht zuletzt auch durch die in der Vergangenheit schlechte Vermarktung der Neubauten in diesem Bereich und u.a. durch die wechselnde Belegung des ehemaligen Kaufhauses. Die neu in diesem Areal zuständige "Tema Terrain Geschäftsführungs GmbH" bemühte sich hier verstärkt um eine Aufwertung, um die hohe Kaufkraft abzuschöpfen.
Die Teltower AGENDA ´21 kümmerte sich intensiv um die Umgestaltung des ehemaligen Marktes an der Jahnstraße zu einem "Stadtpark" , der nun ebenfals im Jahr 2007/2008 vor seiner Vollendung steht !

Positiv lässt sich alles in allem feststellen, dass sich seit dem Beginn der Arbeiten zur KMS doch tatsächlich vieles getan hat ! Der Bau der Nordspange begann im August 2007 ! Der notwendige Parkraum an der Badstraße ist geschaffen, westlich der Zehlendorfer Straße und östlich der Jahnstraße steht er noch aus. Die Lückenbebauung auf dem jetzigen Parkplatz am Markt wird derzeit angedacht. In der Altstadt selbst sind noch einige Gebäude, die durch die Eigentümer aus finanziellen oder anderen Gründen nicht oder nur mit großem Aufwand wieder hergerichtet werden können, zusätzlich neben der KMS zu sanieren. Etliche Gebäude wurden durch Privat-Initiative zu Schmuckstücken saniert. Der seit 2006 durchgeführte "Tag der Offenen Höfe" legt darüber beredtes Zeugnis ab. Auch die Straßensanierungen sind inzwischen abgeschlossen worden. In diesem Bereich wurden außerdem mehr Straßenleuchten installiert, die Abwasserleitungen teilsaniert, die Trinkwasserleitungen und Hausanschlüsse erneuert sowie entsprechend dem historischen Vorbild Bäume neu gepflanzt.
Einen, wenn auch umstrittenen Anreiz für Fortschritte bei der Sanierung der Altbausubstanz, bot die Stadt den Eigentümern an, indem sie bei frühzeitiger Zahlung der Ausgleichsbeiträge, die die tatsächliche "Werterhöhung" der Grundstücke widerspiegeln soll, einen erhöhten Abschlag einräumen wollte (MAZ vom 28.10.2004).

Ein weiterer Lichtblick zur Gestaltung der Altstadt ergab sich zunächst aus der Tatsache, dass die Klösters Baustoffwerke die Industriebrache der ehem. Betonwaren erworben hatte (MAZ vom 17.09.2004). Die Ideenskizze ließ auf eine sinnvolle Planung hoffen, denn das etwa 600 m lange Areal an der Kanalaue sollte zu einem Mix aus Wohnen, Gewerbe und Freizeitnutzung am Ufer des Teltow-Kanals führen. Leider wurde es aus diesen guten Plänen schließlich nichts, da Klösters doch an diesem Standpunkt verbleiben will. Eine weitere Attraktion in diesem weiträumigen Bereich - die 96er Elektrische am westlichen Eingang zur Altstadt verkümmert ebenfalls zusehends. Das ursprünglich als touristisches Info-Center konzipierte und mit viel Aufwand und Liebe restaurierte historische Fahrzeug fristet ein trauriges Schattendasein, denn auch das neue, im Juli 2007 geschaffene Info-Center, nahm sich dieses eigentlichen Blickfangs bisher nicht an.

Fertigstellung der Kuppelmayrschen Siedlung
Am 9. September 2007 war es dann planmäßig soweit, dass das neue Gebäudeensemble der Kuppelmayrschen Siedlung in der Teltower Altstadt der Stadtverwaltung zu seiner bestimmungsgemäßen Nutzung übergeben werden konnte. Am Gelingen dessen haben viele Teltower ihren Anteil, und der neue, wenn auch nicht in allen Punkten ideale Bau, wurde inzwischen von seinen Nutzern und den Teltower Bürgern als "Teltower Bürgerzentrum" in Besitz genommen !! Man merkt bereits jetzt den positiven Schub, den die Altstadt durch dieses neue Zentrum erfährt - zumindest durch die nun immer ständig knappen Parkplätze, über deren Erweiterung künftig weitere Überlegungen notwendig werden ! 

Wir wünschen dem neuen Teltower Bürgerzentrum einen regen Besuch, und wenn in Kürze auch die neue Gaststäte einziehen wird, kann mit einer weiteren Belebung der Altstadt gerechnet werden. Wenn auch die zuvor genannten Aktivitäten noch abgeschlossen sind, könnte sich die Altstadt mit der Andreas-Kirche im Mittelpunkt, entgegen allen Unkenrufen, doch zu einem attraktiven Zentrum der Stadt Teltow entwickeln. Dafür wird sich die B.I.T. auch weiterhin einsetzen !  

Ein kleiner Funke Hoffnung
flammte auch am "Tor zur Teltower Altstadt", dem Ruhlsdorfer Platz, auf, denn am 11.01.2004 konnte der Bürgermeister das gesamte sanierte Wohnblock-Ensemble Berliner Straße 1 - 5 mit integrierter Ladenzeile für neun Nutzer gemeinsam mit dem Bauherrn, der WGT, einweihen.
Vor dem ansprechenden Gebäudekomplex, in dem auf Grund moderater Mietskonditionen fast alle Geschäfte vermietet sind, wurde eine flach gehaltene Begrünung geschaffen, die den Blick auf sich zieht. Auch an 20 Parkplätze wurde gedacht. Insgesamt tat sich im Areal des Ruhlsdorfer Platzes überhaupt einiges: Im weiteren Umfeld wurden die Plattenbauten saniert, die Investruinen an der Zehlendorfer/Ecke Berliner Straße sind zu schmucken Wohnhäusern mutiert, einige weitere Geschäfte haben sich etabliert. Die noch zu vergebenden Läden sollen zu einem guten Branchenmix im Bereich des Ruhlsdorfer Platzes führen.

Gab es auch lange Zeit Wegzüge (Fahrrad- und Elektroladen) sowie etliche Schandflecke zu beklagen, die der Bürgermeister z.B. während seines Quartier-Rundganges am 20.02.2004 in Augenschein nehmen musste, gehört nun der ehemalige Dönerstand der Vergangenheit an. Das große Wohngebäude unmittelbar am Platz wurde ebenfalls renoviert, und in die quasi-Ruine eingangs der Lichterfelder Allee neben dem sanierten WGT-Block ist seit September 2007 das Bürgerbüro der CDU eingezogen.

Schon seit längerem fordern die Stadtverordneten ein Rezept für die Gestaltung des Stadteinganges "Ruhlsdorfer Platz". Der Sinn eines Handlungskonzepts, das bisher vom Sanierungsträger "complan" vorgelegt wurde - geförderte Kosten 42 T€ -, wurde von den Mitgliedern des Bau-Ausschusses (BA) wegen fehlender Konkretisierung angezweifelt, worauf diese Haushaltsstelle in der Haushaltsdebatte zunächst gesperrt wurde. Schweren Herzens stimmten die Vertreter des BA auf ihrer Sitzung am 23.03.2004 aber doch einer Freigabe der Mittel zu, um die Fördermittel nicht verfallen zu lassen, nachdem sich der Bürgermeister dafür vehement eingesetzt hatte. Allerdings sollte die Hausfirma "complan" den Auftrag nicht "auf Zuruf" erhalten. Nachdem der BA eine klare Einhaltung der Ausschreibungsregelungen durchgesetzt hatte, konnte eine Auftragsvergabe erst nach Sichtung aller Ausschreibungsergebnisse erfolgen. Umstritten blieb das Projekt "Integriertes Handlungskonzept Ruhlsdorfer Platz" auf jeden Fall ! Allerdings ging die Ausschreibung aus wie das Hornberger Schießen, denn die Favorisierung der "Hausfirma" in der Beschluss-Begründung für den Haupt-Ausschuss am 3.5.2004 durch die Verwaltung führte zur Vergabe an eben diese Firma. Trotz vehementen Einspruchs der CDU konnte dann die Entsperrung der entsprechenden Haushaltsstelle auf der 7. SVV am 12.05.2004 (Beschluss 10/07/2004) nicht verhindert werden. Erste Ergebnisse der Arbeit präsentierten Stadtverwaltung und "complan" am 13.08.2004 in einem fast fünfstündigen Werkstattgespräch in der Teltower Gesamtschule vor etwa 50 engagierten Teltowern. Mehrere Arbeitsgruppen zur "Verbesserung der Infrastruktur", zu "Verkehr und Freiräumen" und zum "Wohnen" befassen sich mit den komplexen Problemen dieses äußerst heterogen entwickelten Areals. Es wurde damals herausgearbeitet, "dass der Platz nach der Verkehrsentlastung durch das geplante Ringstraßensystem als Tor zur Stadt für die S-Bahn- und Bus-Pendler sowie die Besucher aus der Schönefelder(?) Region durch seine Neugestaltung eine größere Bedeutung bekommen muss. Im Bereich Wohnen wünschten sich die ... Teltower, dass das Areal für alle Altersgruppen attraktiver wird. ... Zudem sollte das Stadtviertel ... durch kleinteiligen Handel an Attraktivität gewinnen und im Zusammenwirken aller Maßnahmen insgesamt ´kuscheliger´ werden" (MAZ vom 16.08.2004).
In einem weiteren Werkstattgespräch vor Abschluss der Studie wurden die Bürger am 09.12.2004 erneut informiert und zur Diskussion aufgerufen. Leider fanden nur ganz wenige Anwohner des Wohngebietes den Weg zur Gesamtschule, so dass die Offiziellen, Stadtverwaltung, Abgeordnete und Sanierungsräger "complan", weitgehend unter sich blieben, aber trotzdem Gelegenheit hatten, sich mit den Schwerpunkten zu beschäftigen (MAZ vom 11.12.2004). Zentrale Idee war dabei die Umgestaltung des Ruhlsdorfer Platzes in einen Stadtplatz mit flankierendem Verkehr. Der von der CDU favorisierte Kreisverkehr würde dieser Gestaltung eines "Östlichen Eingangstors zur Teltower Altstadt" durch den enormen Platzbedarf allerdings widersprechen. Man möchte lieber mehrere solcher Stadtplätze, z.B. zusätzlich am neuen Bahnhof und dem Puschkinplatz, gestalten. Weiterhin wurde daran gedacht, den bestehenden Sportplatz südlich der Gesamtschule zu einer multifunktionalen Sport- und Freizeitfläche 
zu entwickeln. Hinter dem altersgerechten Wohnblock könnte zudem eine Parkanlage entstehen, die sich in einem Grünzug bis zur Kanalaue fortsetzt. Ein weiterer positiver Lichtblick könnte auch ein neuer Interessent für die Fläche südlich des Ruhlsdorfer Platzes werden, der ein 2-geschossiges Gebäude errichten will, in dem Dienstleistung, Handel und Gastronomie zu Hause sind (MAZ vom 19.08.2004). Neuerdings wird auch wieder über den Bau eines "Burger-King" spekuliert, dessen kurzfristige Errichtung zunächst durch eine Veränderungssperre im entsprechenden B-Plan Anfang 2007 verhindert werden konnte. Auf jeden Fall war man sich einig, dass die Bürger des Wohngebietes gezielt noch stärker in die Planungen mit einbezogen werden müssen, bevor darüber in der SVV Beschlüsse gefasst werden. Es wird hierzu insgesamt noch viel Diskussionsbedarf geben, wobei inzwischen sogar das Modell eines Kreisverkehrs wieder intensiver diskutiert wird. Überhaupt die verkehrliche Gestaltung dieses Areals wird noch erhebliche Probleme für die Zukunft aufwerfen. 

Insgesamt ist festzustellen, dass die Stadt in ihrer richtungweisenden Funktion bei der Gestaltung der Quartiere auch gegenüber Eigentümern und potentiellen Investoren nicht energisch genug auftritt. Sie hätte hier Möglichkeiten durch Erarbeitung der immer wieder vom Tisch gefegten Gestaltungssatzung bzw. der konkreten Aufstellung von B-Plänen. Denn - das Areal der Altstadt einschließlich des Ruhlsdorfer Platzes ist zentraler Teltower Punkt und ein Aushängeschild, das jeder Fremde sehr bewusst wahrnimmt und auf das die Stadt durch Entwicklung eines schlüssigen Gesamtkonzeptes ihr Hauptaugenmerk legen sollte.

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